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Franzi D.

Verschneites Feld und Feldweg, Weitblick mit Baum in der mitte vor strahlend blauem Himmel

So. Da sitze ich nun, nach meinem Tweet von vorhin. In diesem habe ich geschrieben, dass ich im Moment täglich zwischen „ich möchte wieder bloggen“ und „ich will nicht mehr bloggen“ schwanke. Gleichzeitig weiß ich jedoch, dass mir ein Ventil zum Schreiben fehlt. Also ging ich erst mal spazieren. Kalte, klare Winterluft, eisig, aber mit wärmenden Sonnenstrahlen. Eine Stunde lang die Gedanken durchblasen lassen. Was gibt es Besseres, um herauszufinden, warum ich so fühle? Eine ganz besonders Sache – aufschreiben. Und dann viel es mir wie Schuppen von den Augen: Hier aufschreiben. Denn genau solche Situation und Gedanken sind doch der Grund für diesen Neustart hier. Neuer Name, neues Konzept, dass auch das Leben mit einbezieht und mir Raum und Freiheit bietet, solche mal mehr, mal weniger alltäglichen Gedanken, Gefühle, Sorgen und Freuden mit euch zu teilen. Warum nicht gleich hiermit anfangen?

Ich glaube, der größte gemeinsamer Nenner bin ICH. Meine eigene Erwartungshaltung an mich, an den Blog, an alles, was ich mir Wünsche und am liebsten jetzt sofort umsetzen möchte. Mein eigener Zwang, unbedingt all die alten Beiträge, die mir wichtig sind, noch einzupflegen. Mein eigener Anspruch, sobald ich neu startet, gefälligst auch regelmäßig wieder hier aktiv zu sein. Aber keiner außer mir erwartet das. Keiner hätte das Recht, das von mir zu erwarten, warum sollte ich mich dann damit unter Druck setzten? Das ist ja Quatsch.

Ich bin mir sicher, jeder von euch, der mich früher gern begleitet hat und schon freudig darauf wartet, dass ich wieder komme, jeder, der diesen neuen Weg mit mir gehen möchte und jeder, der noch neu dazukommt, ist vollkommen zufrieden damit, wenn ich einfach anfange. Egal wie oft hauptsache anfangen. All die alten Beiträge sind ja nun wirklich nicht der Maßstab, um endlich den Blog wieder live zu schalten. Also – loslassen. Einfach machen. Einfach schreiben. Vielleicht kommt nur ab und an etwas. Vielleicht dauert es noch Monate, bis ich wieder einen eigenen Rhythmus habe. Vielleicht schreibe ich diesen Beitrag und dann hör ich doch auf. Wer weiß das schon? Es ist egal und ich versuche, dass zu verinnerlichen.

Ein weiterer Punkt – all die ausgelutschten, sich ständig wiederholenden Zickerein und Beefs in der Bubble oder am Rande meiner Bubble, in die ich nicht hineingeraten möchte. Ein noch viel wichtigerer – all die wichtigen notwendigen Diskussionen, Aufklärungsarbeiten, Themen, die mir mit am Herzen liegen, die ich unterstützen möchte, bei denen ich euch unterstützen möchte, bei denen ich Betroffene unterstützen möchte, wo ich weiß, dass mir doch im Moment einfach die Kraft fehlt, hier eine große Hilfe zu sein. Die Angst, es falsch zu machen, etwas Falsches zu schreiben, weil ich niemanden unwissentlich verletzen möchte. Die Sorge, mitten drinnen nicht mehr Unterstützung und Solidarität zeigen zu können, weil mir die Puste ausgeht und dann wieder komplett zu verschwinden.

Ja, ich möchte mich beteiligen, möchte helfen und unterstützen, wo gebraucht und gewollt. Auf Twitter, mit dem Blog, auf Instagram. Ja, ich möchte regelmäßig hier sein. Ich möchte am liebsten langfristig auch teilweise Geld mit Content Marketing verdienen, vielleicht sogar hier. Ich möchte über Themen, die mich selbst beschäftigen, mich mit ausmachen, mein Leben mit definieren oder definierten, die ich täglich mit mir herumtragen muss, aufklären. Das alles neben dem Verbloggen all der wundervollen Bücher, Filme, Serien, Hörbücher und Podcasts da draußen oder dem aufzeigen, wenn etwas davon problematische Inhalte verbreitet.

All das möchte ich, gleichzeitig meine Sportroutine aufrecht erhalten, malen, schreiben, mit möglichst vielen von euch in Kontakt bleiben, möglichst viel „online“ erleben, mehr Wandern, mehr Kochen, mehr Backen, mehr Meditieren, mich weiterbilden, mehr übersetzen, mehr hullern, mehr lesen. All das möchte ich, während ich es neben der Arbeit dann doch maximal zum ein bisschen Lesen, was zocken, zu Spaziergängen und ab und zu hullern schaffe. Während vor allem die Kreativität flöten geht.

Es ist wichtig, dass ich Ziele habe, dass ich endlich wieder nach vorne Blicke, langsam aus der Vergangenheit herauskomme, nicht mehr ständig von Schuldgefühlen und „was wäre, wenn“ geplagt werde. Aber auch das sollte in einer gesunden Balance und Geschwindigkeit passieren. Es ist gut, dass ich all das möchte und gleichzeitig sollte ich mir bewusst werden, dass eines ganz klar ist: Solange es mir nicht gut geht, solange ich nicht wieder langfristig stabil bin, ist niemandem geholfen. Mich dann mit all diesen Dingen selbst unter Druck zu setzten, so viel auf einmal zu wollen, dass ich dann doch nur in einer Art überwältigender, überforderter Starre festsitze und nur noch Löcher in die Luft starren kann, bringt mich nicht weiter und niemals ans Ziel.

Also innehalten. Durchatmen. Auf kleine Schritte konzentrieren. Erst einmal selbst gesund werden. Trauerverarbeitung, generalisierte Angststörung, Traumaverarbeitung, die Sorgen um Familie und Freunde in mitten einer Pandemie, in der kaum etwas von dem möglich ist, dass gerade jetzt helfen könnte, während ich gleichzeitig täglich mein Bestes gebe, um gute Arbeit zu leisten, während ich mich doch nur von einer Auszeit zur nächsten hangel und 30 Tage Urlaub so unfassbar wenig erscheinen, gefühlt drei Jahre Sabbatical kaum reichen könnten – all das sind so viele Dinge, die ich stemmen muss. Stabil werden, gesund werden, nicht wieder an den Punkt vor einem Jahr rutschen, als ich kaum noch schlafen und essen konnte und kein Tag ohne heulende Zusammenbrüche verging.

Das ist, was zählt. Und die kleinen Schritte und immer nur so viel, wie sich richtig anfühlt, so viel, wie ich im Moment schaffen kann und dann kommt der Rest bestimmt von ganz allein. Und das hier, das ist doch schon ein großartiger Schritt! Genau diese Gedanken aufzuschreiben, zu reflektieren und zu teilen und doch eines von den Dingen anzugehen, die ich als Ziel habe. Wieder bloggen, wieder schreiben. Und zwar aus dem Leben heraus. Stolz sein, wie weit ich gekommen bin. Stolz sein, dass ich dies hier mit euch teile und den ersten Schritt gewagt habe. Den Druck von mir selber nehmen, um nicht mehr ständig schon an meinen eigenen Erwartungen an mich zu scheitern.

Und schon fällt es mir leichter, mit einem Beitrag wie diesem zu starten. Denn er zeigt, was in mir vor geht, warum es so lange still war, warum es vielleicht auch weiterhin nicht oft etwas Neues hier geben wird. Er zeigt, was euch neben Büchern und Co. hier erwarten wird. Gleichzeitig fällt ein kleiner Kiesel von meinem Herzen, ich fühle mich direkt etwas leichter und fluffiger, etwas optimistischer, ja sogar ein bisschen vorfreudig auf das, was da kommen mag. Dabei ist es ja auch egal, ob ich das nur für mich schreibe, für eine Handvoll oder viele von euch. Hauptsache, ich fange einfach an und stecke die erste kleine Zehe in das kalte Wasser. Dann klappt das mit dem Schwimmen schon bald wieder.

Wie geht es euch zur Zeit? Scheitert ihr auch regelmäßig an euren eigenen Erwartungen und wollt zu viel auf einmal? Was hilft euch in solchen Momenten?

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Herbstlaub Blätterferbung nach Farbe sortiert auf Leine

Hallo zusammen. Ja, ihr lest richtig. Ich bin wieder hier. Ich hoffe es zumindest. Ich denke, jeder von euch weiß, dass das letzte Jahr nicht einfach war, nachdem im letzten Oktober mein Vater mit 58 Jahren verstarb, habe ich mich viele Monate durch das Trauertal und viel Vergangenheitsmist gekämpft bzw. kämpfe noch. Bloggen war da einfach undenkbar. Das erste Trauerjahr ist geschafft, viel liegt hinter mir, auch wenn weiterhin viel vor mir liegt, hat die Trauer mich zumindest nicht mehr ständig unter Kontrolle und die Lust zu bloggen ist zurück! Aber – ihr seht es schon – nicht mehr im alten Gewand und mit altem Namen!
Mehr Interessen hatte ich ja schon immer, aber schreiben und austauschen wollte ich mich vor allem über meine geliebten Bücher. Aber im vergangenen Jahr bin ich einfach absolut herausgewachsen aus Literatur-Mix. Ich fühlte mich eingeengt, es passte nicht mehr. Nur über Bücher zu reden, wenn doch so viel mehr wichtig und von Interesse ist.


Aus Literatur-Mix wird An Introvert’s Adventures

Ich möchte euch ab sofort auf „An Introvert’s Adventures“ bei allem mitnehmen, was mir am Herzen liegt, was mir Spaß macht, worüber ich mit euch im Austausch sein möchte. Dazu gehören natürlich weiterhin die Bücher! Aber eben auch viel mehr, und zwar findet ihr hier ab sofort folgende Kategorien:


Lese-Abenteuer: Hier geht es weiterhin um Bücher. Viele der alten Rezensionen und Beiträge sind hier noch zu finden, die Buchpicks des Monats werden wieder belebt, Veranstaltungen, Interviews und mehr – all das wird es hier geben.


Hör-Abenteuer: Hier wird es um Hörbücher, Podcasts und Musik gehen. Listen, Rezensionen und was mir sonst noch so einfällt erwarten euch hier.


Seh-Abenteuer: Hier geht es um Filme, Serien, Theater – eben alles, was ich mir so auf Leinwänden und Bühnen anschaue. Auch hier wird es Besprechungen, Rezensionen, Listen und mehr geben.


Lebens-Abenteuer: Aber ich möchte nicht nur Inhalte zu Büchern, Filmen, Musik und Co. mit euch teilen, sondern euch auch sonst mitnehmen bei all den Abenteuern, die das Leben so bietet. Urlaub, Spaziergänge, Natur, Kochen, Bullet-Journal und sonstige Erlebnisse erwarten euch hier. Ich bin selbst gespannt, auf welche kleinen und großen Abenteuer und diese Rubrik entführen wird. Und vielleicht wird hier auch das Thema Trauer seinen Platz finden, weil ich merke, dass es mir hilft, dass andere offen damit umgehen und wenn ich damit offen umgehe.


Es wird also ein bunter Mix, der euch noch viel mehr Vielfalt und kleine, große Abenteuer bieten soll. Eine Änderung wird es bei Büchern – aber dann auch bei allen anderen Rubriken – geben: Ich werde keine klassischen Rezensionen mehr machen. Um euch Bücher kurz vorzustellen und diese zu bewerten, greife ich nun immer auf den Rezensions-Mix zurück, wie zum Beispiel hier: „Rezensions-Mix: Vom ersten Kinofilm bis zu den letzten ihrer Art“. Wann immer ihr als den Zusatz „Rezensions-Mix“ seht, wisst ihr, euch erwartet eine kurze, knackige Vorstellung verschiedener Bücher, Serien, Filme et cetera mit einer Bewertung, die natürlich absolut spoilerfrei sind. Neu wird es dann „Besprechung“ geben. Hier habe ich das Bedürfnis, mich ausführlicher über ein Buch, Film etc. auzulassen – ob gut oder als Rant wird sich dann zeigen – also gehe ich hier auch ausführlicher auf den Inhalt ein. Wann immer ihr also das Wort „Besprechung“ im Titel seht, sind Spoiler enthalten. Diese Beiträge empfehle ich euch also erst dann, wenn ihr Buch/Film/Serie et cetera bereits kennt oder gar nicht schauen wollt.


Ich hoffe, hier freut euch genauso sehr wie ich darauf und erlebt dieses neue Abenteuer gemeinsam mit mir mit. Noch kann ich keine regelmäßig, fixen Blogtage versprechen. Aber ich hoffe, dass ab nächsten Jahr auch wieder ein verlässlicher Zeitplan zustande kommt, damit ihr immer wisst, wann es Zeit für „An Introvert’s Adventures“ ist.


Headerbild: Photo by Chris Lawton on Unsplash

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Buchrücken Im Licht der Zeit, das Erbe, Mitford Manor und Die letzten ihrer Art

Im Licht der Zeit von Edgar Rai – Piper Verlag

Buch, Hardcover mit Schutzumschlag, IM Licht der Zeit von Edgar RAi aus dem Piper Verlag

Im Licht der Zeit handelt vom Durchbruch des ersten deutschen Tonfilms und den Aufstieg Marlene Dietrichs. Alles begann im Frühjahr 1929 – das Buch nimmt uns also mit in diese besondere, rauschende Epoche, das Zeitgeschehen der damaligen Zeit und in die Geschichte des „Blauen Engels“. Mir hat die Geschichte insgesamt sehr gut gefallen. Es war spannend, den Aufstieg Marlene Dietrichs hautnah mitzuerleben sowie mehr über die Geschichte des deutschen Tonfilms zu erfahren. Mit dem Schreibstil musste ich zwar erst etwas warm werden, insgesamt aber eine interessante, unterhaltsame Lektüre. Kritik habe ich aber, weil Edgar Rai immer wieder das Wort „Negerpuppe“ für Marlenes Puppe nutz, obwohl er an anderen stellen ohne diese Bezeichnung auskommt. Ich heiße nicht gut, dass das Wort hier reproduziert wird, ganz egal, ob das damals eine Bezeichnung für diese Art Puppe war. Das hätte nicht sein müssen und gibt daher definitiv Punktabzug.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Piper, Hardcover mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-492-05886-5

Das Erbe von Ellen Sandberg – Penguin Verlag

Buchcover Taschenbuch Das Erbe von Ellen Sandberg aus dem Penguin Verlag

Mona Lang erbt ein großes Haus mitten in Schwabing von ihrer Großtante Klara, weil sie sich sicher war, dass Mona das Richtige tun wird. Doch dann kommt Mona einer Intrige und einem entsetzlichen Verbrechen auf die Spur und steht vor einer schwierigen Entscheidung. Ellen Sandberg schafft es wie schon in ihren beiden vorherigen Büchern („Der Verrat“ und „Die Vergessenen„), eine spannende Geschichte in der Gegenwart mit einem Geheimnis und politischen Geschehnissen der Nazizeit zu vereinen. Auch hier lernt man ganz nebenbei wieder mehr zur damaligen Zeit (oder wird daran erinnert). Hier speziell die Zeit, als man anfing, die Juden zu enteignen. Wie schon ihre vorherigen Geschichten, konnte sie mich auch mit „Das Erbe“ wieder überzeugen, trotz einiger Längen hier und da.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Penguin Verlag, Klappenbroschur, 512 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-328-10402-5

Die Schwestern von Mitford Manor. Gefährliches Spiel von Jessica Fellowes – Pendo Verlag

Buch Taschenbuch "Die Schwestern von Mitford Manor. Gefährliches Spiel von Jessica Fellowes aus dem Pendo Verlag.

Das zweite Buch der Reihe rund um die Mitford-Schwestern aus der Feder von Jessica Fellows. In diesem Buch liegt der Schwerpunkt auf dem großen Tag von Pamela Mitford – ihrem 18. Geburtstag. Doch die Party endet in einer Tragödie. Denn Adrian stürzt vom Kirchturm auf dem Anwesen der Mitfords – oder wurde er gestoßen? Schnell erklärt die Polizei das Dienstmädchen Dlucie zur Mörderin. Aber Louisa Cannon kann das nicht glauben und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Wie schon der erste Band begeisterte mich auch Band zwei – kuscheliges Downton Abbey Feeling vermischt mit einem Hauch Agatha Christie ist wieder garantiert.

Highlight

Werbung – Angaben zum Buch: Pendo, Klappenbroschur, Übersetzung: Andrea Brandl, 464 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-86612-453-0

Die letzten ihrer Art von Maja Lunde – BTB Verlag

Buch Hardcover "Die letzten Art" von Maja Lunde aus dem BTB Verlag

Der nächste Band aus der Feder von Maja Lunde, nach „Die Geschichte der Bienen“ und „Die Geschichte des Wasser„. Diesmal geht es um das Artensterben. Genauer vor allem um die Urpferde aus der Mongolei. Aber im Prinzip auch um die letzten Menschen. Denn wir befinden uns im Jahr 2064, nach dem die Klimakatastrophe schon voll zugeschlagen hat. Millionen Menschen mussten bereits ihre Heimat verlassen, jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Gleichzeitig nimmt uns Maja Lund wieder in zwei weitere Zeitstränge mit – ins Jahr 1992 in die Mongolei und ins Jahr 1881 nach St. Petersburg. Diese verstrickt sie wieder gekonnt und führt diese am Ende sinnvoll zusammen. Zwar ist „Die Geschichte der Bienen“ für mich immer noch das stärkste der drei, dennoch konnte sie mich auch mit „Die letzten ihrer Art“ erneut überzeugen.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: BTB, Hardcover mit Schutzumschlag, Übersetzung: Ursel Allenstein, 640 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-442-75790-9

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Buch Hardcover Aufbrauch der Frauen, Herausgegebenv on Brigitte Ebersbach, Ebersbach und Simon Verlag

Rezensionsexemplar/Werbung: Die Rezension spiegelt dennoch meine eigene und ehrliche Meinung wieder.

Die goldenen 20er Jahre – auf einmal scheint alles möglich für Frauen. Endlich können Sie wählen, Rosa Luxemburg, Käthe Kollwitz und mehr haben bereits bahnbrechendes für die Frauen und die Frauenbewegung erreicht. Und so beginnt sich diese Generation an Frauen zu befreien – sie wollen Luft zum Sein und Atmen, befreien sich aus dem engen Korsett, in welchem Frauen all die Jahre zuvor lebten. Und auch die literarische Bühne erobern sie – und so vereint Aufbruch der Frauen, herausgegebenen von Brigitte Ebersbach aus dem Ebersbach und Simon Verlag, kurze Textausschnitte aus Werken von Irmgard Keun, Vicki Baum oder Gabriele Tergit, in der Hoffnung, die Leser neugierig auf diese Werke zu machen.


Von Frauen, die allein ins Theater gehen. Frauen, die Sport treiben und Auto fahren oder die gar ihre eigenen Taschen und Kartons tragen und arbeiten. Frauen, die ihre Sexualität ausleben und auch mal einen Geliebten haben oder Rauchen und kurze Haare tragen. Damals noch Seltenheit und teilweise Skandalös, wundert man sich heute, dass so was nicht selbstverständlich war. Und doch sind all diese Texte noch heute lesenswert und aktuell oder gerade heute wieder?


Mich machte Brigitte Ebersbach definitiv neugierig mit diesem kleinen aber feinen Büchlein und hat die Textausschnitte, wie ich finde, sehr gut gewählt, um mir die Frau der 20iger Jahre näherzubringen. Am Ende stellt sie uns auch die Autorinnen kurz vor und auch ich stelle sie euch nachfolgend vor und auch die Bücher, die ich mir kaufen werden – viel Spaß dabei!

Highlight

Werbung – Angaben zum Buch: Ebersbach und Simon, Fadengeheftet, 144 Seiten, 18. September 2019, ISBN: 978-3-86915-184-7

Vicki Baum

Vicki Baum wurde 1888 in Wien geboren. Ihre Karriere begann sie 1926 als Lektorin und Redakteurin in Berlin beim Ullstein Verlag. Sie schrieb unter anderem für die Zeitschrift „Die Dame“, „Elegante Welt“ oder auch den „Uhu“ und die „Berliner illustrierte Zeitung“. Einer ihrer ersten internationalen Erfolge war „Menschen im Hotel“, das 1932 sogar verfilmt wurde und 1989 ein Broadway Musical wurde. Doch schon ein Jahr vor „Menschen im Hotel“ schreib sie im Jahr 1928 ihren ersten Roman „Stud. chem. Helene Willfuer“. Vicki Baum schaffte es dank ihres Talents, spannende Unterhaltungsliteratur zu schreiben und der Präzision ihrer Milieuschilderungen zu Bekanntheit. Im Buch findet ihr den Text „Die Mütter von morgen – die Backfische von heute“, welcher in „Dies., Makkaroni in der Dämmerung, Feuilltons, HG. v. Veronika Hofender“ zu finden ist. (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Vicki_Baum).

Der große Ausverkauf – Kiwi Verlag

Den Roman „Der große Ausverkauf“ schreib Vickie Baum 1931, kurz nachdem sie durch ihren Welterfolg „Menschen im Hotel“ nach New York kam. Konkret spielt der Roman im New York der 30er Jahre. Nina und Erik stehen im Mittelpunkt. Beide arbeiten bei einem der größten Kaufhäuser der Stadt. Nina als Verkäuferin in der Porzellanabteilung. Erik als Dekorateur der Schaufenster. Sie sind ein Liebespaar, heiraten, doch die Ehe steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Erik ist als Künstler in seinem routinierten Leben unglücklich und amüsiert sich viel lieber mit seiner Muse. Als betrogene Ehefrau flieht Nina aus der gemeinsamen Wohnung und gibt dem reichen, von der Frau verlassenen Mr. Thorpe nach. Ihre Geschichte ist eng verwoben mit den Ängsten und Hoffnungen der anderen Angestellten – wie Lilian, das Mannequin, die Anschluss an die reiche Oberschicht sucht oder Philip, der ältere Detektiv, der aufgrund der Alkoholsucht kaum noch Kraft hat. Oder Mrs. Bradley, die Angst vor einer Kündigung hat und sich nie krank meldet, um sich zu erholen und vielen weiteren.

Quelle Büchertreff

Menschen im Hotel – KiWi Verlag

Menschen im Hotel erschien im Jahr 1929 – durch den Roman wurde Vickie Baum weltberühmt. Poetisch und mit subtilen Humor erzählt sie in diesem Buch von einer Handvoll Menschen, die im Grand Hotel zusammenkommen. Sie zeigt sie in ihren Krisen, Träumen und Enttäuschungen. Mit dem Roman liefert sie ein atmosphärisches und dichtes Bild des Berlins der 20er-Jahre. Sie schafft es, mit wenigen Worten jeden dieser Menschen anschaulich mit eigenem Schicksal darzustellen. Später wurde Menschen im Hotel am Broadway aufgeführt und mit Greta Gabor und später Heinz Rühmann verfilmt.

KiWi Verlag

Marieluise Fleißer

Marieluise Fleißer lebte von 1901 bis 1974 und kam aus Bayern, genauer Ingolstadt. Sie studierte zunächst Theaterwissenschaften und Germanistik in München, wo sie Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht kennenlernte. Bereits als Studentin schrieb das wohl bekannteste Stück „Fegefeuer in Ingolstadt“, das 1929 in Berlin uraufgeführt wurde und einen der legendären Theaterskandale der Weimarer Republik verursachte. Denn Brecht hatte das Stück verschärft und so das Pulverhäuschen rhythmisch wackeln lassen, in welchem das Dienstmädchen entjungfert wird. Dadurch wurde Marieluise unerwünscht in Ingolstadt und erhielt Hausverbot vom Vater, weshalb es zum Bruch mit Brecht kam. Neben vielen Jahren in Berlin reiste sie auch nach Schweden und Andorra und war schon bei einigen namhaften Verlagen unter Vertrag. Ingesamt verfasste sie rund 38 Werke. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Marieluise_Flei%C3%9Fer#Literaturpreise_und_Ehrungen)

Ein Pfund Orangen – Suhrkamp Verlag

Bei der Auswahl des Buches habe ich mich für diese Suhrkamp-Ausgabe entschieden. In ihr der Text „Ein Pfund Orangen“ und neun weitere Novellen von Marieluise Fleißer. Es sind ihre ersten Buchpublikationen. Geschichten, zu denen sie Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht ermutigten und die von Walter Benjamin weitblickend gerühmt wurden. „Ein Pfund Orangen“ handelt von der Beziehung zwischen einem jungen Mädchen und ihrem älteren Freund, die sie zum Suizid bringt. Sie ist allein, lebt in Armut und hat die Hoffnung, einen Mann zu finden, der sie heiratet und befreit. Als sie ihn endlich findet und eine Beziehung mit ihm eingeht, stellt sie fest, dass er sie gar nicht retten möchte, ja ihre Umstände verschlechtern sich sogar weiter. Weitere Texte im Buch sind: Der Apfel, Briefe aus dem gewöhnlichen Leben, Stunde der Magd, Die Dreizehnjährigen, Das Märchen vom Asphalt, Die Ziege, Das kleine Leben, die arme Louise und Abenteuer aus dem Englischen Garten.

Helen Hessel

Helen Hessel, die 1886 in Berlin geboren wurde und 1982 in Paris verstarb, war vor allem als Modejournalistin bekannt. Zwischen 1922 und 1925 schrieb sie Erzählungen, Novellen und Artikel, die im „Das Tage-Buch“ veröffentlicht wurden. Von Paris aus schrieb sie Reportagen für die Frankfurter Zeitung und deren Frauenbeilage im April 1925. Ab 32 schreib sie für die Moderubrik der „Monde illustré“. Dank Hessels Arbeit wurde die Mode zu einem ernst zunehmenden Thema und sie berichtet zusätzlich über Leben und Kultur in Paris. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Hessel)

Ich schreibe aus Paris – Nimbus

„Ich schreibe aus Paris“ ist die Biografie von Helen Hessel. Sie lebte ein so volles, kühnes Leben, dass es sogar im Klassiker „Jules et Jim“ von Francois Truffaut verfilmt wurde. Dank der Literaturprofessorin Mila Kanevas erschien im Nimbus Verlag dieses außergewöhnliche Buch, dass alle wichtigen Artikel aus Helen Hessels Feder vereint. Dabei ist es angereichert mit Fotos und Zeichnungen von KünstlerInnen wie Man Ray, Mariette Riederer oder Marianne Breslauer. Helene Hessels Stil lässt sich durch Beobachtungsgabe, Intelligenz, Schnelligkeit und Humor beschreiben. Ja ihre Texte bilden schon fast eine eigene Kunstform, die zwischen Reportage, Tagebuch, Glosse und Erzählung angesiedelt ist.

Nimbus

Mascha Kaléko

Mascha Kaléko, geboren 1907 in Österreich-Ungarn und gestorben in Zürich 1975, war Dichterin. Ihr Werk zeichnet sich durch ironischen, melancholischen aber auch zärtlichen Ton und Großstadtlyrik aus. Sie ist die einzige bekannte weibliche Dichterin der „Neuen Sachlichkeit“. Dadurch wurde sie sehr häufig mit den männlichen Kollegen verglichen und unter anderem als „weiblicher Kästner“ oder „weiblicher Ringelnatz“ betitelt. Neben Gedichten schreib sie auch einige Liedtexte. Ein großer Teil der Werke wurde erst nach ihrem Tod herausgebracht. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mascha_Kal%C3%A9ko)

Das lyrische Stenogrammheft – DTV

„Das lyrische Stenogrammheft“ ist Mascha Kalékos Hauptwerk und beinhaltet die Texte „Krankgeschrieben“, „Sonntagmorgen“, „Großstadtliebe“ und „Kassen-Patientin“. Bei allen handelt es sich um Großstadtgedichte aus den 1930er Jahren. In Ihnen erzählt Kaliko von banalen Dingen wie Schnupfen und Halsweh, aber auch Sonntagsausflügen, Tarifgehältern und der Liebe – eben ein typisches Großstadtleben. Melancholisch und mit Witz trifft sie ins Herz mit Geschichten aus dem Alltag und für den Alltag.

DTV

Verse für Zeitgenossen – DTV

Bei „Verse für Zeitgenossen“ handelt es sich um Mascha Kalékos Exilgedichte. Sie schrieb diese, nach dem sie von den Nationalsozialisten vertrieben wurde und nicht nur ihre Heimat, sondern auch ihre Sprache und ihr Publikum verlor. In diesen Werken schreibt sie nicht mehr für die Masse, sondern für Leidens- und Zeitgenossen, die ebenfalls ins Exil gehen mussten. Dennoch merkt man auch hier ihren typischen Witz und die Sehnsucht und Melancholie. Ganz nebenbei setzt sie noch dem New Yorker Künstlerviertel Greenwich Village ein Denkmal.

DTV

Ruth Landshoff-Yorck

Ruth Landshoff bzw. Ruth Landshoff-Yorcks lebte von 1904 (Berlin) bis 1966 (New York). Sie war Schauspielerin und Schriftstellerin und entstammt dem jüdischen Bürgertum. Nachdem Sie die Schauspielschule besuchte spielte sie in „Murnaus Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“ 1922 mit und trat im Theater-Ensemble von Max Reinhardts auf. Von 1924 bis 1930 hatte sie eine Liaison mit Karl Gustav Vollmoeller – dadurch kenne ich sie, denn sie kommt auch im Buch „Das Licht der Zeit“ vor. 1930 schließlich heiratete sie David Yorck von Wartenburg, die Ehe hielt aber nur 7 Jahre. Werke veröffentlichte sie unter anderem in „Die Dame“, „Querschnitt“ oder „Tempo“. 1930 kam im Rowohlt Verlag ihr erster Roman heraus „Die Vielen und der Eine“. Doch schon ihr zweiter Roman „Leben einer Tänzerin“ konnte damals nicht mehr in Deutschland erscheinen. Bis zu ihrem Tod lebte sie als Publizistin, Theaterautorin und Übersetzerin in New York. Der Aviva Verlag bringt ihr Werk seit 2001 wieder heraus.

Die Vielen und der Eine – Aiva

Das Buch war Ruth Landshoff-Yorcks Debütroman im Jahr 1930. Davor hatte sie sich bereits als Feuilletonistin einen Namen gemacht. Sie spiegelt in „Die Vielen und der Eine“ nicht nur die damalige Zeit, sondern auch ihren eigenen Lebensstil wider. Sie gehört zu der Generation Schriftstellerinnen der Weimarer Republik, die ihren unverwechselbaren Beitrag zu den wilden Zwanzigern beitrugen.

Aviva

Roman einer Tänzerin – Aviva

Die Tänzerin Lena Vogel liebt das Leben und den Glanz ihrer Zeit. Sie ist in den pulsierenden Bars und Straßen Berlins und Paris sowie in den Wiener Caféhäusern der 20er Jahre zuhause. Doch ihr Leben endet schlagartig, als sie tödlich mit ihrem Rennwagen verunglückt. Lena Amselns Leben und Tod war für Ruth Landshoff-Yorck das Vorbild für die Geschichte.

Aviva

Erika Mann

Erika Mann war Schauspielerin, Kabarettistin, Lektorin und Schriftstellerin und lebet von 1905 (München) bis 1969 (Zürich). Sie war unter anderem Gründerin von „Die Pfeffermühle“, ein politisches Kabarett. Außerdem arbeitet sie mit Vorträgen gegen den Nationalsozialismus. Auch nach ihrer Emigration in die Vereinigten Staaten, wo sie Schriftstellerin und Journalistin war. Sie ist die Tochter von Thomas Mann und war unter anderem Nachlassverwalterin für ihn und ihren Bruder Klaus Mann. Doch sie hinterließ selbst auch zahlreiche politische Essays, Reportagen, Kinderbücher und Reiseberichte. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Mann)

Blitze überm Ozean – RoRoRo

Erika Mann war ein Multitalent, weshalb ich nicht nur ein Buch suchte, sondern eines, dass ihre vielfältigen journalistischen Arbeiten vereint. „Blitze überm Ozean“ ist genau so ein Buch. Hier werden zum ersten Mal ihre wichtigsten Arbeiten zusammengefasst, viele davon bisher ungedruckt. Sie spiegeln ein außergewöhnliches, rasantes Frauenleben wieder und ein wichtiges Stück der Geschichte.

RoRoRo – Rowohl

Gabriele Tergit

Gabriel Tergit ist das Pseudonym für Elise Reifenberg (geb. Hirschmann). Sie war Journalistin und Schriftstellerin, geboren in Berlin und lebte einen großen Teil ihres Lebens in London. Bekannt wurde Sie unter anderem durch den Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“, erschienen 1931 bei Rowohlt, der den Aufstieg und den Fall des Volkssängers Georg Käsebier behandelt. Ihr zweiter Roman „Effingers“ schildert das Schicksal einer jüdischen Familie von 1878 bis 1948. Sie floh ins Exil, nachdem sie eine Reportage und weiter Artikel über den Prozess gegen Adolf Hitler im Kriminalgericht Moabit schrieb, der mit Goebbels wegen eines Pressevergehens angeklagt war. Im Rahmen der Berliner Festwoche 1977 wurde sie schließlich wiederentdeckt und ihre Romane neu aufgelegt. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Tergit)

Käsebier erobert den Kurfürstenamm – Schöffling & Co.

Diesen ersten Roman schrieb Gabriele Tergit in nur sechs Wochen. Er machte sie 1931 berühmt. Es geht um den Aufstieg und Fall des Volkssängers Käsebier, der in einem billigen Varieté von einem Zeitungsreporter entdeckt wird. Um in seiner Redaktion Eindruck zu schinden, puscht er Käsebier zum Megastar hoch. Schnell hängen sich Immobilienmakler und Spekulanten an den schnellen Ruhm und die gelangweilten Damen aus der guten Gesellschaft pilgern in die Vorstellungen. Gabriele Tergit, die auch erste deutsche Gerichtsreporterin war, ist eine mitfühlende aber auch unerbittliche Beobachterin und schilder pointiert das gesellschaftliche Milieu mit Protagonisten vom Tanzmädchen über den Tischlermeister bis zum Medienmogul.

Schöffling & Co

Irmgard Keun

Irmgard Keun besuchte nach dem Abschluss im Mädchenlyzeum Teschner eine Handelsschule, lernte Stenografie und besuchte 1925 schließlich die Schauspielschule in Köln. Doch der Erfolg war nur mäßig und so begann sie 1929 mit dem Schreiben. Ihr erster Roman war „Gilgi, eine von uns“, der sie 1931 berühmt machte. Auch ihr zweiter Roman „Das kunstseidene Mädchen“ brachte ihr ein Jahr später einen Verkaufserfolg. Ihre Werke wurden 1933/34 beschlagnahmt und verboten und Keun ging ins Exil. In dieser Zeit entstanden viele weitere Romane wie „Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften“ und mehr. Ihre Karriere begann mit gesellschaftskritischen, satirischen Romanen, die das Leben junger Frauen in den Mittelpunkt rückten. Frauen in der Endphase der Weimarer Republik, die um ihre Selbstständigkeit kämpfen. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Irmgard_Keun)

Das kunstseidene Mädchen – Ullstein

Doris arbeitet als Sekretärin bei einem äußerst zudringlichen Rechtsanwalt. Sie hat keine Lust mehr, jeden Tag nur Briefe zu tippen. Sie möchte berühmt werden und hinaus in die große Welt, ins Berlin der 20er Jahre.

Ullstein

Gilgi eine von uns – Ullstein

Gilgi lebt im Köln der 20er Jahre. Sie zieht zu Hause aus, weil sie keine Lust mehr hat, von ihren Eltern bevormundet zu werden und kündigt ihre Stelle als Sekretärin. Aber auch das Leben mit dem Schriftsteller Martin ist keine Alternative und soe nimmt es daher in die eigenen Hände, um sich wirklich auf den Weg in die eigene Selbstständigkeit zumachen.

Ullstein

Neben diesen Schriftstellerinnen kamen außerdem noch zu Wort: Schauspielerin und Sängerin Fritzi Massary, Schauspielerin Carola Nehr, Journalistin und Schriftstellerin Paula von Reznicek, Journalistin Polly Tieck sowie die Lyrikerin Marie Luise Weissmann.

Kennt ihr bereits eines der Bücher oder die Autorinnen? Könnt ihr noch mehr Werke oder Schriftstellerinnen aus den 20er Jahren empfehlen

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Ein Stück alte Berliner Mauer mit Garfiti Baum

Zum Tag der Deutschen Einheit gibt es heute von mir passende Buchpicks für den Oktober – anlässlich des 30ig-jährigen Mauerfalls. Zwar ist der Mauerfall wirklich erst im November gewesen, da das Datum jedoch kritisch (gleiches Datum wie Reichspogromnacht) war, entstand damals der 3.10 als Tag der Deutschen Einheit (tatsächlich feiern wir hier aber erst 29 Jahre, aber so kleinlich wollen wir mal nicht sein). Und so könnt ihr bis zum eigentlichen Jubiläum auch schon mal in das ein oder andere Buch reinschauen.

Meine Familie selbst stammt auch aus der DDR und wir sind noch vor dem offiziellen Mauerfall nach Westdeutschland, zunächst in ein quasi Auffanglager in Bad Abiling. Nachdem ich da noch in die Windeln machte, habe ich keine Erinnerungen daran, umso mehr finde ich es wichtig, Bücher aus der Zeit rund um die Wende oder aus Ostdeutschland von damals zu lesen. Daher habe ich ein bisschen gestöbert und habe 7 Buchkpicks zum Tag der Deutschen Einheit für euch. Viel Spaß!

Stierblutjahre von Jutta Voigt

Jutta Voigt erzählt in Stierblutjahre von der Sehnsucht nach einem anderen Leben in der DDR der Künstler, Bohemiens und am realexistierenden Sozialismus Gescheiterter. Sie suchten alle das richtige Sein außerhalb der Kontrolle dieses Systems, alle wollten als Individuen existieren – von Brecht bis Müller, von Hacks bis Waerzinek, von Beklau bis Krug, von Thalbach bis Schlesinger.

book

Werbung – Angaben zum Buch

Aufbau Verlag, Gebunden im Schutzumschlag, 272 Seiten, 2018, ISBN: 978-3-351-03611-9

Wasserfarben von Thomas Brussig

Wasserfarben ist der erste Roman von Thomas Brussig, dem Autor von „Helden wie wir“ und „Sonnenallee“, damals erschien er noch unter Pseudonym. Das Buch handelt vom Erwachsenwerden, von der Geschichte einer Jugend in der DDR der Achtzigerjahre. Die Geschichte eines Abiturienten, der nicht wirklich weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll und von dem Brussig selbst sagt, er hätte dieses Buch damals gebraucht und schrieb es daher einfach selbst.

book

Werbung – Angaben zum Buch

Aufbau Verlag, Broschur, 29 Seiten, 2016, Übersetzung: Eve Boon, ISBN: 978-3-7466-3205-6

Familie der geflügelten Tiger von Paula Fürstenberg

Buchcover Familie der Geflügelten Tiger von Paula Fürstenberg aus dem Kiwi Verlag

Johanna aus der Uckermark ist nach dem Abitur nach Berlin gezogen. Dort macht sie eine Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin. Mit ihrem Ausbilder Reiner lacht sie über die alten DDR-Witze, ohne das sie diese genau versteht. Denn eigentlich kennt sie die DDR kaum, auch wenn sie in ihr geboren wurde. Auch den Vater kennt sie kaum, der hat die Familie kurz vor dem Mauerfall verlassen. Bis er plötzlich anruft und ihr Lebenskonstrukt aus den Fugen gerät. So viele widersprüchliche Versionen seines Verschwinden – ist er geflohen, wurde er verhaftet? War gar ihre Mutter oder Honeckers Krankengymnastin involviert?

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Werbung – Angaben zum Buch

KiWi, 240 Seiten, 2018, Taschenbuch, ISBN: 978-3-462-05159-9

Düsterbusch City Lights von Alexander Kühne

Buchcover Düsterbusch City Lights von Alexander Kühne

Düsterbusch ist ein kleines Kaff am Rande des Spreewaldes. Kein Ort für Helden, an dem wohnt Anton, hinter dem Mähdrescherfriedhof. Er träumt vom großen Leben und hat die Idee: Sein Dorf wird zur Metropole. Mit U-Bahn und Leuchtreklamen! Gemeinsam mit ein paar Freunden zeiht er mitten in der DDR einen Szene-Klub nach Londoner Vorbild auf.

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Werbung – Angaben zum Buch

Heyne, Paperback, 384 Seiten, 2016, ISBN: 978-3-453-27018-3

Die Ostdeutschen von Wolfgang Engler

Die Ostdeutschen von Wolfgang Engler, Aufbau Verlag, Buchcover

Das Standardwerk zur Mentalitätsgeschichte der Ostdeutschen, in dem Wolfgang Engler lebendig und präzise schildert, wie die ostdeutsche Gesellschaft in vierzig Jahren DDR das, was von oben in sie eingepflanzt wurde, verarbeitete und umdeutete. Wie haben die Menschen ihre Würde im Umgang mit der Macht verteidigt? Was haben sie unter Reichtum, Glück und Freiheit verstanden?

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Werbung – Angaben zum Buch

Aufbau Verlag, Broschur, 352 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-7466-3589-7

Tonspur – Wie ich die Welt von gestern verließ von Olaf Hintze

Buchcover zu Tonspur von Olaf Hintze aus dem DTV Verlag

Das Standardwerk zur Mentalitätsgeschichte der Ostdeutschen, in dem Wolfgang Engler lebendig und präzise schildert, wie die ostdeutsche Gesellschaft in vierzig Jahren DDR das, was von oben in sie eingepflanzt wurde, verarbeitete und umdeutete. Wie haben die Menschen ihre Würde im Umgang mit der Macht verteidigt? Was haben sie unter Reichtum, Glück und Freiheit verstanden?

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Werbung – Angaben zum Buch

DTV, Klappenbroschur, 360 Seiten, 2014, ISBN: 978-3-423-65005-2

Zonenkinder von Jana Hensel

Buchcover Zonenkinder von Jana Hensel, Rowohlt Verlag, Rororo

Das Standardwerk zur Mentalitätsgeschichte der Ostdeutschen, in dem Wolfgang Engler lebendig und präzise schildert, wie die ostdeutsche Gesellschaft in vierzig Jahren DDR das, was von oben in sie eingepflanzt wurde, verarbeitete und umdeutete. Wie haben die Menschen ihre Würde im Umgang mit der Macht verteidigt? Was haben sie unter Reichtum, Glück und Freiheit verstanden?

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Werbung – Angaben zum Buch

Rowohlt, Taschenbuch, 176 Seiten, 2004, ISBN: 978-3-499-23532-0

Kennt ihr bereits eines der Bücher? Habt ihr noch mehr Tipps zum Thema?

Headerbild: Photo by Vidar Nordli-Mathisen on Unsplash

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4 Mal Sherlock Holmes von Franziska Franke

Franziska Franke lässt schon seit einigen Jahren den berühmten Meisterdetektiv auferstehen. Eingestiegen bin ich erst bei Buch 5 und habe bisher 4 Bücher aus ihrer Feder gelesen von insgesamt glaube ich 10. Wie es ihr gelingt, meinen geliebten Sherlock Holmes auferstehen zu lassen und welche Abenteuer er erlebt, zeig ich euch hier:


Fangen wir erst einmal mit dem größten Unterschied zum Original an – es gibt keinen Watson. Stattdessen treffen wir auf David Tristram, der die Chronik von Sherlock aufschreibt und ihn daher, wie damals Watson in England, begleitet. Im ersten Buch brauchte es eine Weile, bis ich mit ihm warm wurde. Das lag aber gewiss nicht daran, dass er nicht passt oder gar unsympathisch wäre. Nein, es lag einzig an der Gewohnheit und auch daran, dass ich in Buch fünf erst mal eine Weile brauchte, bis ich verstand, wer David Tristram sein soll. Möchtet ihr weniger verwirrt sein, so empfiehlt sich, bei Franziska Frankes erstem Sherlock Abenteuer anzufangen (Sherlock Holmes und die Büste der Primavera). Doch schon nach wenigen Kapiteln konnte mich Tristram, ähnlich wie Watson damals, für sich gewinnen. Was mir besonders gut in allen vier Geschichten gefällt: Sein Sinn für Humor und den Hauch Sarkasmus, den Tristram in die Geschichten einbringt.


Nun zu Sherlock selbst – dem Meisterdetektiv schlechthin. Franziska Franke trifft ihn erstaunlich gut! Auch hier verliert er kaum etwas von seinen ursprünglichen Eigenschaften und bleibt nah am Original – selbst vom Setting und der Geschichtserzählung bleiben die Bücher den Geschichten von Arthur Conan Doyle treu, nur sind sie lediglich länger als eine typische Sherlock Holmes Geschichte. Wer Angst hat, seinen scharfsinnigen, eher kühl und überlegend wirkenden Detektiv nicht anzutreffen, der sei beruhigt! Auch mit seiner Beobachtungs- und Deduktionsgabe steht Franziska Frankes Sherlock dem Original in nichts nach. Aber – es ist nicht das Original und das merkt man natürlich dennoch und auch die einzigartige Beziehung von Watson und Sherlock vermisst man hier. Das tut den vier Büchern, die ich bisher gelesen habe, dennoch keinen Abbruch – nostalgischer Sherlock Flair und spannend Rätsel bekommen wir auch hier.


Die Geschichten setzten nach Sherlocks Verschwinden an den Schweizer Reichenbachfällen ein. Inkognito, unter falschem Namen, verbringt Franziska Frankes Sherlock seine Zeit in Europa bis er in seinem ersten, neuen Abenteuer auf David Tristram trifft. Folgende 4 Bücher konnten mich bereits, mit kleinen Abstrichen im Vergleich zum Original und hin und wieder ein paar Längen in der Auflösung, dennoch überzeugen und ließen mein Fanherz höher schlagen:

Buchcover Sherlock Holmes und das Ungeheuer von Ulmen von Franziska Franke

Sherlock Holmes und das Ungeheuer von Ulmen


Zum fünften Mal begleitet David Tristram Sherlock Holmes. Die beiden verschlägt es in die Eifel. In einem verschlafenen Dorf namens Ulmen heißt es, muss immer jemand sterben, wenn ein grauenhaftes Fischungeheuer auftaucht. Ein Lehrer aus dem Dorf, Herbert Becher, schwört, das Ungeheuer gesehen zu haben. Ein Geheimnis ganz nach Sherlocks Geschmack. Doch kurz vor seinem Treffen mit Becher stirbt der Lehrer unter mysteriösen Umständen.


Werbung – Angaben zum Buch: KBV, Taschenbuch, 2013, 300 Seiten, ISBN: 978-3-942446-90-7

Sherlock Holmes und das Geheimnis der Pyramiden (Rezensionsexemplar)


Tristram will mit seiner Frau nur einen ruhigen Urlaub in Ägypten verbringen. Das daraus nichts werden kann, hätte direkt klar sein müssen, als Holmes aus beruflichen Interesse an Mumifizierungstechniken der Pharaonenzeit, die beiden begleitet. Und natürlich – die beiden erwartet direkt ein neuer Auftrag, vom Ausgräber Doktor Jones. Sie sollen eine verlorene gegangene Landkarte aus dem Besitz des Veteranen Major Wallace wiederbeschaffen. Doch schon bald stecken die beiden mitten in den Ermittlungen eines Mordfalls.


Werbung – Angaben zum Buch: KBV, Taschenbuch, 2015, 340 Seiten, ISBN: 978-3-95441-261-7

Buchcover Sherlock Holmes und der Ritter von Malta von Franziska Franke

Sherlock Holmes und der Ritter von Malta


Eigentlich wollte sich Sherlock auf seinem Rückweg vom Sudan nur kurz mit seinem Freund und zeitweiligen Assistenten Tristram treffen. Umso erstaunter ist er, als er auf Sizilien einem alten Bekannten, Colonel Hayter, begegnet. Der hat sich in La Violetta, der maltesischen Hauptstadt, niedergelassen und bittet Holmes, das plötzliche Verschwinden des Kolonialangestellten Peter O’Brian aufzuklären.


Werbung – Angaben zum Buch: KBV, Taschenbuch, 2015, 280 Seiten, ISBN: 978-3-95441-192-4

Buchcover Sherlock Holmes und die schwarze Kobra von Franziska Franke

Sherlock Holmes und die schwarze Kobra (Rezensionsexemplar)


In diesem Buch ist das Duo ausnahmsweise ein Trio – denn gemeinsam mit Tristrams Frau Violetta reisen die drei nach Indien. In Bombay soll David im Auftrag seines Schwagers eine Büste an den Konsul McGregor abliefern. Doch als Tristram bei diesem vor der Tür steht, kann sich der Konsul überhaupt nicht erinnern, jemals eine Büste bestellt zu haben und seine Reaktion wirkt äußerst verdächtig. Da wird Holmes natürlich sofort neugierig und schon stecken sie mitten in einem neuen, spannenden Fall.


Werbung – Angaben zum Buch: KBV, Taschenbuch, 2016, 244 Seiten, ISBN: 978-3-95441-322-5

Alle vier Bücher überzeugen mit ihrer Nähe zum Original, spannenden Fällen, vertrautem britischen Stil und lassen mein Sherlock Herz höher schlagen. Ich bekam viele Rätsel, deren Auflösung meist Spaß machte – wenn auch jedes Buch die ein oder andere Länge hat, vor allem, wenn man an die kurzen Abenteuer aus Arthur Conan Doyle Feder gewöhnt ist. Dennoch kann ich den Sherlock aus Franziska Frankes Feder jedem Fan des Meisterdetektivs ans Herz legen.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Diese Bewertung bekommt jedes einzlene der vier Bücher von Franziska Franke

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Buchcover Hardcover Buch Hunger von Roxan Gay aus dem BtB Verlag, weiß und Rosa

Triggerwarnung: Sexueller Missbrauch & Vergewaltigung, Bulimie

Werbung/Rezensionsexemplar – Das Buch wurde mir vom BTB Verlag & dem Bloggerportal zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dennoch spiegelt sie meine eigene und ehrliche Meinung wieder.

Vor Kurzem konnte mich Roxan Gay ja bereits mit Bad Feminist begeistern. Auch wenn ich nicht jeden Text mochte, so ist das Buch dennoch eine superwichtige, teilweise unbequeme aber wahre Lektüre. Ihn ihrem Buch Hunger wird sie noch einmal offener, persönlicher und gibt uns einen tiefen Einblick in die Person Roxan Gay und ihr tiefstes Inneres, ihre Erlebnisse und was sie geprägt hat.

Roxan Gay wurde mit 12 Jahren vergewaltigt. Dieses Thema wird immer mal wieder erwähnt und am Anfang auch konkreter (ohne irgendwelche genaueren Details, aber für Betroffene vermutlich detailreich genug) beschrieben. Wenn ihr damit nicht umgehen könnt, getriggert werden könntet, dann solltet ihr Roxan Gays Buch Hunger lieber nicht lesen. Denn dieses Ereignis ist das gesamte Buch über präsent, denn es ist schuld an dem Nachher, an all den Jahren und dem Kampf mit sich und ihrem Körper. Zunächst erleben wir kurz Roxan Gays Vorher, der Großteil des Buches nimmt uns aber mit auf ihren ganz persönlichen, von Narben und traumatischen Ereignissen geprägtem Lebensweg.

Nach diesem Ereignis fängt Roxan an zu essen, sie aß und aß und aß, denn sie wollte ihren Körper zu einer Festung machen, unattraktiv werden und fühlte sich mit jedem Kilo mehr sicherer und weg, weit weg von diesem Mädchen im Wald. Es ist ein jahrelanger Kampf, psychisch und physisch, sie schämt sich und gleichzeitig kann sie nicht aufhören. Selbst wenn eine der vielen Diäten oder der Sport dann mal helfen, sobald die ersten Kilos weg sind, fühlt sie sich einerseits gut, andererseits kommt die Angst des Mädchens aus dem Wald wieder und der Panzer wird neu angelegt.

In Hunger nimmt uns Roxan Gay mit auf diesen Weg, gibt uns tiefe, persönliche Einblicke und zeigt auf, wie das Leben als sehr stark übergewichtiger Mensch ist und wie wenig unsere Gesellschaft Körper außerhalb der „Norm“ akzeptiert oder auf sie eingestellt ist. Das geht bei Stühlen mit Armlehnen los und endet bei purer Verachtung, fiesen Sprüchen und der Angst, überhaupt zum Arzt zu gehen.

Gute Lektüre/Wichtige Lektüre

Auch wenn Hunger für mich nicht an Bad Feminist herankommt, ist es dennoch ein unfassbar wichtiges Buch. Ich ziehe meinen Hut vor Roxan Gay und ihrer Offenheit und dem Weg, den sie ging und noch geht. Mit jedem weiteren Abschnitt merkt man, dass die Texte aktueller werden und erlebt ihren eigenen, vor allem psychischen Fortschritt mit. Am Ende weiß sie, dass sie Liebe und Glück erfahren darf, das sie sich begehrenswert fühlen darf und das es wichtig ist, sich im eigenen Körper wohlzufühlen, ganz unabhängig davon, wie viel man wiegt. Doch sie sagt auch klar, sie ist noch lange nicht am Ende ihres „Heilungsprozesses“ und wird vieles auch nie zurücklassen können.


Ein Buch, das keine leichte Kost ist, das aufrüttelt, schonungslos und gleichzeitig wahnsinnig informativ ist. Sie schafft ein völlig neues Bewusstsein dafür, wie man als stark übergewichtiger Mensch in einer von Schönheitsidealen dominierten Welt lebt und rüttelt auf. Sie wird tagtäglich mit schwierigen Situationen und unmöglichen Reaktionen konfrontiert und teilt diese mit uns. Und zeigt damit auch – es muss Schluss sein, Schluss mit unrealistischen Körper-Idealen und dem Mythos, dünn sein würde glücklich und gesund sein bedeuten. Definitiv eine Empfehlung von mir.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: BTB, Hardcover, Übersetzung: Anne Spielmann, 320 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-442-75814-2

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Bookcover Paperback The Hate U Give by Angie Thomas, Walker Books

Starr lives in two worlds, she tries to keep separated. One is the poor neighbourhood Garden Heights, where she was born and raised. The second one is her posh high school in a suburb about a 45-minute drive away. But the balance between those worlds is shattered, when Starr is the only witness to the fatal shooting of one of her oldest and best friends. Khalil was unarmed and killed by a police officer. What Starr says now, could destroy her community, or could get her killed.

In The Hate U Give, Angie Thomas takes up an incredibly important political topic — police violence against black people. Using Starr’s story, which is unfortunately very realistic, she managed to pick me up completely and bring me closer to this topic and everything that’s behind it. The Hate U Give is not an easy book, but an incredibly important one, where I had to pause again and again to let sink in what just happened.

We’re with Starr, who’s going home after a party with Khalil, whom she hasn’t seen for far too long and with whom it’s just like old times. Although he doesn’t speed, the two are stopped. Khalil is forced to get out, he is unarmed. Nevertheless, Starr has to watch as he is shot by the police officer with several shots in the back. She is the only witness with a big burden on her — when she speaks up, it will upset her neighborhood and could get her killed. A neighborhood where Starr learned at the age of 12 what to do if a cop stops her.

When I was twelve, my parents had two talks with me. One was the usual about the birds and bees […] The other talk was about what to do if a cop stopped me. ‚Starr-Starr, you do whatever they tell you to do,‘ he said. ‚Keep your hands visible. Don’t make any sudden moves. Only speak when they speak to you.‘
The Hate U Give, Angie Thomas, Page 24

Angie Thomas also describes the angry protests from the neighbourhood, in the social media, the family, shows how families and friendships can break up and gives us an insight into the social and psychological consequences for witnesses and relatives. The feeling of not being able to do anything, no matter how loud you may be, this powerlessness, which has to go along with it, is transported by her in every sentence.

But there is also hope and a look into the future, she shows that using your voice is worth it. Angie Thomas also vividly describes the way in which such cases are usually handled in court, how witness interviews are conducted, and how the media usually portrays cases like Khalils. How quickly they stamp Khalil, how like in so many real cases Khalil is blamed for having been shot, instead of pointing to the one who is really to blame. As always, reasons and justifications why the cop shot Khalil are searched for, as if that would change something or make it less bad. Cases that you see and hear too often, far too often in real life.

When I was twelve, my parents had two talks with me. One was the usual about the birds and bees […] The other talk was about what to do if a cop stopped me. ‚Starr-Starr, you do whatever they tell you to do,‘ he said. ‚Keep your hands visible. Don’t make any sudden moves. Only speak when they speak to you.‘
The Hate U Give, Angie Thomas, Page 24

The Hate U Give is Angie Thomas debut and also a motion picture. I’m ashamed that I’ve waited so long for this intensive, incredibly important book that addresses such an important, still far too often occurring topic. It may not always be perfect, but it is important and a book that everyone should read.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: BTB, Hardcover, Übersetzung: Anne Spielmann, 320 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-442-75814-2

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Buchcover Hardcover Galaxy Girls by Libby Jackson aus dem Harper Collins Verlag

In der Schule hatte ich nie wirkliches Interesse an Chemie, Physik, Mathe und habe auch nie wirklich Möglichkeiten in diese Richtungen aufgezeigt bekommen. Erst als ich in der Welt der Buchblogger gelandet bin, haben sich meine Interessen erweitert. Plötzlich mag ich auch mal ein Sachbuch in die Richtung und schaue und lese gerne SciFi und Space. Da kam Galaxy Girls, gerade für den Anfang meiner Entdeckungsreise, gerade richtig. Es ist wie „Kick-Ass Women“ oder „Good Night Stories For Rebel Girls“ aufgebaut – eine Illustration mit einer Seite Informationen zur jeweiligen Frau oder den Frauen.

Frauen, die Weltraumgeschichte schrieben und schreiben

Libby Jackson ist selbst Physikerin und Ingenieurin. Sie arbeitet für die UK Space Agency und stellt in diesem Buch erst sich und dann 50 unterschiedliche, vielfältige, beeindruckende Frauen der Weltraumgeschichte vor. Im Buch finden wir Frauen, die ihren Traum verwirklichen konnten, Frauen, die scheiterten, dafür aber andere, großartige Wege einschlugen. Kurzum – Frauen, die Großartiges leisteten oder noch immer leisten. Teilweise auch Frauen, die man schon fast vergessen hatte, deren Traum durch ein Unglück schlagartig zu Ende war.

Das Buch ist in acht verschiedene Abschnitte unterteilt, vom „Ursprung der Raumfahrt“ bis hin zu „Zukunft der Weltraum-Forschung“. Aus all diesen Bereichen stellt uns Libby Jackson mehr oder weniger bekannte Frauen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, Nationalitäten und Berufen rund um den Weltraum vor. Da wäre beispielsweise Emilie du Chatelet, die Newtons „Principia Mathematica“ bis kurz vor ihrem Tod 1749 übersetzte. Oder die Näherinnen, die die Raumanzüge der Besatzung der ersten Mondlandung nähten. Alle haben eins gemeinsam – sie sind inspirierend und beeindruckend, alle auf ihre ganz besondere Art.

Buchseite Text mit Illustartion im Buch Galaxy Girls zu Poppy Northcutt

Das Buch ist sowohl für Anfänger im Gebiet, als auch für alle, die sich schon länger mit dem Thema Space beschäftigen gut. Denn Libby Jackson steigt weder zu wenig, noch zu stark in die Berufe ein. Jede Seite beginnt mit dem Beruf oder den Berufen, das Land und dem Geburtsjahr, ggfs. dem Todesjahr, der Frauen. Anschließend folgt ein Text mit den Errungenschaften und dem Werdegang. Gegenüberliegend gibt es zu allen Frauen einzigartige Illustrationen von Studenten des „College of Communication“ in London.

Ganz besonders gefällt mir Libby Jacksons Message, die sie auf jeder Seite versprüht: Jeder kann alles schaffen, ganz gleich wie groß die Hürden oder ob alle Welt sagt, nie im Leben schaffst du das. Egal wie auch der Start im Leben ist – nichts ist unmöglich, wenn man dafür kämpft und hart arbeitet, dann kann man seine Träume verwirklichen. Eine Message, die man sich viel mehr zu Herzen nehmen sollte. Ein inspirierendes Buch, das mir Themen rund ums Weltall noch etwas näher gebracht hat und mich motiviert, noch mehr Bücher aus diesem Bereich zu lesen.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Harper Collins, Hardcover, 144 Seiten, 2018, ISBN: 9780062850218

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Buchcover Taschenbuch Bad Feminist von Roxan Gay aus dem BTB Verlag

Werbung/Rezensionsexemplar – Das Buch wurde mir vom BTB Verlag & dem Bloggerportal zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dennoch spiegelt sie meine eigene und ehrliche Meinung wieder.

Bad Feminist von Roxan Gay ist ein Essayband, der tatsächlich im Original schon 2014 erschien, in dem sich Roxan Gay in verschiedenen Texten mit dem Thema Feminismus aber auch Sexismus und Rassismus beschäftigt. Eingeteilt sind Ihre Texte in verschiedene Bereiche: Ich, Gender & Sexualität, Race & Entertainment, Politik/Gender & Race und schließlich Zurück zu mir. Nicht mit allen Texten konnte ich etwas anfangen – gerade am Anfang der Scrabble-Text, nicht mit allen Punkten stimme ich zu 100 % überein – aber, Bad Feminist ist trotzdem wichtig, vielseitig und Augen öffnend und reiht sich definitiv in meine Must-Read-Highlight Liste ein.

Ich bin davon überzeugt, dass Feminismus grundsätzlich dafür kämpfen muss, dass Frauen Entscheidungen frei treffen können, auch wenn ich selbst mit ihren Entscheidungen nicht übereinstimme. Ich glaube, dass Frauen nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern überall auf der Welt Gleichheit und Freiheit verdienen, aber ich weiß auch, dass ich nicht dazu befugt bin, Frauen aus anderen Kulturen zu sagen, wie diese Gleichheit und diese Freiheit aussehen sollen.
Bad Feminist, Roxan Gay, S. 10, BTB Verlag

Besonders gut gefällt mir an Roxan Gays Essays, das in jedem Text sie und ihre Erfahrungen mal mehr und mal weniger stecken. Das machte sämtliche Themen sehr zugänglich, insbesondere ihre Erfahrungen als PoC mit Rassismus. In einigen Kapiteln berichtet sie viel von sich und ihrem Leben. In anderen bespricht sie PopKultur, beispielsweise zeigt sie uns die Problematik an Filmen wie The Help oder Django Unchained auf. Sie spricht wichtige und leider auch gerade wieder viel diskutierte und akute Themen wie das Recht (oder eben nicht) auf Abtreibung an, spricht allgemein Sexismus in verschiedenen Kontexten an, so zum Beispiel auch in der Literaturbranche und berichtet sehr viel und absolut Augen öffnend von Rassismus in Alltag und in der Popkultur und schlägt auch hier die Brücke zum Feminismus.

Wenn ich online die Nachrichten lese, muss ich mich oft vergewissern, dass ich nicht auf einer Seite des Satiresenders The Onion gelandet bin. Wir führen immer noch nationale und bundesstaatliche Debatten über Abtreibung, Empfängnisverhütung und reproduktive Freiheit, und diese Debatten werden meist von Männern gesteuert. Das kann doch nur Satire sein.
Bad Feminist, Roxan Gay, S. 344, BTB Verlag 149

Bad Feminist ist dadurch ein Buch geworden, in dem ich bisher die meisten Book-Darts verwendet habe – die Schachtel ist quasi leer. So viele wichtige Aspekte und Aussagen, so viele Sätze, die ich großartige finde und unterstütze! Für „Anfänger“ würde ich das Buch jetzt nicht einschätzen. Sie schaffte es auf sowohl ernste als auch humorvoll-sarkastische Art wichtige Themen anzusprechen, ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen und mich so noch einmal neu reflektieren zu lassen. Fast jeder Text gab Denkanstöße, um meinen eigenen Feminismus zu überdenken und einzuordnen.

Was aber am aller wichtigsten und eine der am meisten wiederholten Aussagen des Buches ist – Roxan Gay sagt klar, sie ist lieber eine „schlechte“ als gar keine Feministin und nimmt dabei vor allem Bezug auf dieses Idealbild einer Feministin, das in den Medien, Social Medias und der Vorstellungen vieler entsteht. Und zeigt, dass das totaler Schwachsinn ist. Nur weil man Pink mag, bestimmte Musikrichtungen gerne hört, seine Weiblichkeit auslebt, sich rasiert (das ist ja sowieso das dämlichste Vorurteil überhaupt) ist man noch lange keine schlechte Feministin. Und wenn – dann eben lieber so, als keine.

Dieser Perfektionismus muss aufhören, niemand von uns ist perfekt und auch der Feminismus ist nicht perfekt. Aber er ist vielschichtig, vielseitig und immer wichtig – so wie wir es eben auch alle sind. Eine Botschaft, die von der ersten bis zu letzten Seite ausgestrahlt wird und dadurch noch mal das Sahnehäubchen für mich ist. Klare Leseempfehlung und absolutes Highlight für mich!

Highlight

Werbung – Angaben zum Buch: BTB, 416 Seiten, 2019, Übersetzung: Anne Spielmann, ISBN: 978-3-442-71781-1

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