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Rezensionen/Reviews

Alle meine Rezension zu deutschen und englischen Büchern.

Buchrücken Im Licht der Zeit, das Erbe, Mitford Manor und Die letzten ihrer Art

Im Licht der Zeit von Edgar Rai – Piper Verlag

Buch, Hardcover mit Schutzumschlag, IM Licht der Zeit von Edgar RAi aus dem Piper Verlag

Im Licht der Zeit handelt vom Durchbruch des ersten deutschen Tonfilms und den Aufstieg Marlene Dietrichs. Alles begann im Frühjahr 1929 – das Buch nimmt uns also mit in diese besondere, rauschende Epoche, das Zeitgeschehen der damaligen Zeit und in die Geschichte des „Blauen Engels“. Mir hat die Geschichte insgesamt sehr gut gefallen. Es war spannend, den Aufstieg Marlene Dietrichs hautnah mitzuerleben sowie mehr über die Geschichte des deutschen Tonfilms zu erfahren. Mit dem Schreibstil musste ich zwar erst etwas warm werden, insgesamt aber eine interessante, unterhaltsame Lektüre. Kritik habe ich aber, weil Edgar Rai immer wieder das Wort „Negerpuppe“ für Marlenes Puppe nutz, obwohl er an anderen stellen ohne diese Bezeichnung auskommt. Ich heiße nicht gut, dass das Wort hier reproduziert wird, ganz egal, ob das damals eine Bezeichnung für diese Art Puppe war. Das hätte nicht sein müssen und gibt daher definitiv Punktabzug.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Piper, Hardcover mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-492-05886-5

Das Erbe von Ellen Sandberg – Penguin Verlag

Buchcover Taschenbuch Das Erbe von Ellen Sandberg aus dem Penguin Verlag

Mona Lang erbt ein großes Haus mitten in Schwabing von ihrer Großtante Klara, weil sie sich sicher war, dass Mona das Richtige tun wird. Doch dann kommt Mona einer Intrige und einem entsetzlichen Verbrechen auf die Spur und steht vor einer schwierigen Entscheidung. Ellen Sandberg schafft es wie schon in ihren beiden vorherigen Büchern („Der Verrat“ und „Die Vergessenen„), eine spannende Geschichte in der Gegenwart mit einem Geheimnis und politischen Geschehnissen der Nazizeit zu vereinen. Auch hier lernt man ganz nebenbei wieder mehr zur damaligen Zeit (oder wird daran erinnert). Hier speziell die Zeit, als man anfing, die Juden zu enteignen. Wie schon ihre vorherigen Geschichten, konnte sie mich auch mit „Das Erbe“ wieder überzeugen, trotz einiger Längen hier und da.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Penguin Verlag, Klappenbroschur, 512 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-328-10402-5

Die Schwestern von Mitford Manor. Gefährliches Spiel von Jessica Fellowes – Pendo Verlag

Buch Taschenbuch "Die Schwestern von Mitford Manor. Gefährliches Spiel von Jessica Fellowes aus dem Pendo Verlag.

Das zweite Buch der Reihe rund um die Mitford-Schwestern aus der Feder von Jessica Fellows. In diesem Buch liegt der Schwerpunkt auf dem großen Tag von Pamela Mitford – ihrem 18. Geburtstag. Doch die Party endet in einer Tragödie. Denn Adrian stürzt vom Kirchturm auf dem Anwesen der Mitfords – oder wurde er gestoßen? Schnell erklärt die Polizei das Dienstmädchen Dlucie zur Mörderin. Aber Louisa Cannon kann das nicht glauben und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Wie schon der erste Band begeisterte mich auch Band zwei – kuscheliges Downton Abbey Feeling vermischt mit einem Hauch Agatha Christie ist wieder garantiert.

Highlight

Werbung – Angaben zum Buch: Pendo, Klappenbroschur, Übersetzung: Andrea Brandl, 464 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-86612-453-0

Die letzten ihrer Art von Maja Lunde – BTB Verlag

Buch Hardcover "Die letzten Art" von Maja Lunde aus dem BTB Verlag

Der nächste Band aus der Feder von Maja Lunde, nach „Die Geschichte der Bienen“ und „Die Geschichte des Wasser„. Diesmal geht es um das Artensterben. Genauer vor allem um die Urpferde aus der Mongolei. Aber im Prinzip auch um die letzten Menschen. Denn wir befinden uns im Jahr 2064, nach dem die Klimakatastrophe schon voll zugeschlagen hat. Millionen Menschen mussten bereits ihre Heimat verlassen, jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Gleichzeitig nimmt uns Maja Lund wieder in zwei weitere Zeitstränge mit – ins Jahr 1992 in die Mongolei und ins Jahr 1881 nach St. Petersburg. Diese verstrickt sie wieder gekonnt und führt diese am Ende sinnvoll zusammen. Zwar ist „Die Geschichte der Bienen“ für mich immer noch das stärkste der drei, dennoch konnte sie mich auch mit „Die letzten ihrer Art“ erneut überzeugen.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: BTB, Hardcover mit Schutzumschlag, Übersetzung: Ursel Allenstein, 640 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-442-75790-9

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Buch Hardcover Aufbrauch der Frauen, Herausgegebenv on Brigitte Ebersbach, Ebersbach und Simon Verlag

Rezensionsexemplar/Werbung: Die Rezension spiegelt dennoch meine eigene und ehrliche Meinung wieder.

Die goldenen 20er Jahre – auf einmal scheint alles möglich für Frauen. Endlich können Sie wählen, Rosa Luxemburg, Käthe Kollwitz und mehr haben bereits bahnbrechendes für die Frauen und die Frauenbewegung erreicht. Und so beginnt sich diese Generation an Frauen zu befreien – sie wollen Luft zum Sein und Atmen, befreien sich aus dem engen Korsett, in welchem Frauen all die Jahre zuvor lebten. Und auch die literarische Bühne erobern sie – und so vereint Aufbruch der Frauen, herausgegebenen von Brigitte Ebersbach aus dem Ebersbach und Simon Verlag, kurze Textausschnitte aus Werken von Irmgard Keun, Vicki Baum oder Gabriele Tergit, in der Hoffnung, die Leser neugierig auf diese Werke zu machen.


Von Frauen, die allein ins Theater gehen. Frauen, die Sport treiben und Auto fahren oder die gar ihre eigenen Taschen und Kartons tragen und arbeiten. Frauen, die ihre Sexualität ausleben und auch mal einen Geliebten haben oder Rauchen und kurze Haare tragen. Damals noch Seltenheit und teilweise Skandalös, wundert man sich heute, dass so was nicht selbstverständlich war. Und doch sind all diese Texte noch heute lesenswert und aktuell oder gerade heute wieder?


Mich machte Brigitte Ebersbach definitiv neugierig mit diesem kleinen aber feinen Büchlein und hat die Textausschnitte, wie ich finde, sehr gut gewählt, um mir die Frau der 20iger Jahre näherzubringen. Am Ende stellt sie uns auch die Autorinnen kurz vor und auch ich stelle sie euch nachfolgend vor und auch die Bücher, die ich mir kaufen werden – viel Spaß dabei!

Highlight

Werbung – Angaben zum Buch: Ebersbach und Simon, Fadengeheftet, 144 Seiten, 18. September 2019, ISBN: 978-3-86915-184-7

Vicki Baum

Vicki Baum wurde 1888 in Wien geboren. Ihre Karriere begann sie 1926 als Lektorin und Redakteurin in Berlin beim Ullstein Verlag. Sie schrieb unter anderem für die Zeitschrift „Die Dame“, „Elegante Welt“ oder auch den „Uhu“ und die „Berliner illustrierte Zeitung“. Einer ihrer ersten internationalen Erfolge war „Menschen im Hotel“, das 1932 sogar verfilmt wurde und 1989 ein Broadway Musical wurde. Doch schon ein Jahr vor „Menschen im Hotel“ schreib sie im Jahr 1928 ihren ersten Roman „Stud. chem. Helene Willfuer“. Vicki Baum schaffte es dank ihres Talents, spannende Unterhaltungsliteratur zu schreiben und der Präzision ihrer Milieuschilderungen zu Bekanntheit. Im Buch findet ihr den Text „Die Mütter von morgen – die Backfische von heute“, welcher in „Dies., Makkaroni in der Dämmerung, Feuilltons, HG. v. Veronika Hofender“ zu finden ist. (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Vicki_Baum).

Der große Ausverkauf – Kiwi Verlag

Den Roman „Der große Ausverkauf“ schreib Vickie Baum 1931, kurz nachdem sie durch ihren Welterfolg „Menschen im Hotel“ nach New York kam. Konkret spielt der Roman im New York der 30er Jahre. Nina und Erik stehen im Mittelpunkt. Beide arbeiten bei einem der größten Kaufhäuser der Stadt. Nina als Verkäuferin in der Porzellanabteilung. Erik als Dekorateur der Schaufenster. Sie sind ein Liebespaar, heiraten, doch die Ehe steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Erik ist als Künstler in seinem routinierten Leben unglücklich und amüsiert sich viel lieber mit seiner Muse. Als betrogene Ehefrau flieht Nina aus der gemeinsamen Wohnung und gibt dem reichen, von der Frau verlassenen Mr. Thorpe nach. Ihre Geschichte ist eng verwoben mit den Ängsten und Hoffnungen der anderen Angestellten – wie Lilian, das Mannequin, die Anschluss an die reiche Oberschicht sucht oder Philip, der ältere Detektiv, der aufgrund der Alkoholsucht kaum noch Kraft hat. Oder Mrs. Bradley, die Angst vor einer Kündigung hat und sich nie krank meldet, um sich zu erholen und vielen weiteren.

Quelle Büchertreff

Menschen im Hotel – KiWi Verlag

Menschen im Hotel erschien im Jahr 1929 – durch den Roman wurde Vickie Baum weltberühmt. Poetisch und mit subtilen Humor erzählt sie in diesem Buch von einer Handvoll Menschen, die im Grand Hotel zusammenkommen. Sie zeigt sie in ihren Krisen, Träumen und Enttäuschungen. Mit dem Roman liefert sie ein atmosphärisches und dichtes Bild des Berlins der 20er-Jahre. Sie schafft es, mit wenigen Worten jeden dieser Menschen anschaulich mit eigenem Schicksal darzustellen. Später wurde Menschen im Hotel am Broadway aufgeführt und mit Greta Gabor und später Heinz Rühmann verfilmt.

KiWi Verlag

Marieluise Fleißer

Marieluise Fleißer lebte von 1901 bis 1974 und kam aus Bayern, genauer Ingolstadt. Sie studierte zunächst Theaterwissenschaften und Germanistik in München, wo sie Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht kennenlernte. Bereits als Studentin schrieb das wohl bekannteste Stück „Fegefeuer in Ingolstadt“, das 1929 in Berlin uraufgeführt wurde und einen der legendären Theaterskandale der Weimarer Republik verursachte. Denn Brecht hatte das Stück verschärft und so das Pulverhäuschen rhythmisch wackeln lassen, in welchem das Dienstmädchen entjungfert wird. Dadurch wurde Marieluise unerwünscht in Ingolstadt und erhielt Hausverbot vom Vater, weshalb es zum Bruch mit Brecht kam. Neben vielen Jahren in Berlin reiste sie auch nach Schweden und Andorra und war schon bei einigen namhaften Verlagen unter Vertrag. Ingesamt verfasste sie rund 38 Werke. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Marieluise_Flei%C3%9Fer#Literaturpreise_und_Ehrungen)

Ein Pfund Orangen – Suhrkamp Verlag

Bei der Auswahl des Buches habe ich mich für diese Suhrkamp-Ausgabe entschieden. In ihr der Text „Ein Pfund Orangen“ und neun weitere Novellen von Marieluise Fleißer. Es sind ihre ersten Buchpublikationen. Geschichten, zu denen sie Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht ermutigten und die von Walter Benjamin weitblickend gerühmt wurden. „Ein Pfund Orangen“ handelt von der Beziehung zwischen einem jungen Mädchen und ihrem älteren Freund, die sie zum Suizid bringt. Sie ist allein, lebt in Armut und hat die Hoffnung, einen Mann zu finden, der sie heiratet und befreit. Als sie ihn endlich findet und eine Beziehung mit ihm eingeht, stellt sie fest, dass er sie gar nicht retten möchte, ja ihre Umstände verschlechtern sich sogar weiter. Weitere Texte im Buch sind: Der Apfel, Briefe aus dem gewöhnlichen Leben, Stunde der Magd, Die Dreizehnjährigen, Das Märchen vom Asphalt, Die Ziege, Das kleine Leben, die arme Louise und Abenteuer aus dem Englischen Garten.

Helen Hessel

Helen Hessel, die 1886 in Berlin geboren wurde und 1982 in Paris verstarb, war vor allem als Modejournalistin bekannt. Zwischen 1922 und 1925 schrieb sie Erzählungen, Novellen und Artikel, die im „Das Tage-Buch“ veröffentlicht wurden. Von Paris aus schrieb sie Reportagen für die Frankfurter Zeitung und deren Frauenbeilage im April 1925. Ab 32 schreib sie für die Moderubrik der „Monde illustré“. Dank Hessels Arbeit wurde die Mode zu einem ernst zunehmenden Thema und sie berichtet zusätzlich über Leben und Kultur in Paris. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Hessel)

Ich schreibe aus Paris – Nimbus

„Ich schreibe aus Paris“ ist die Biografie von Helen Hessel. Sie lebte ein so volles, kühnes Leben, dass es sogar im Klassiker „Jules et Jim“ von Francois Truffaut verfilmt wurde. Dank der Literaturprofessorin Mila Kanevas erschien im Nimbus Verlag dieses außergewöhnliche Buch, dass alle wichtigen Artikel aus Helen Hessels Feder vereint. Dabei ist es angereichert mit Fotos und Zeichnungen von KünstlerInnen wie Man Ray, Mariette Riederer oder Marianne Breslauer. Helene Hessels Stil lässt sich durch Beobachtungsgabe, Intelligenz, Schnelligkeit und Humor beschreiben. Ja ihre Texte bilden schon fast eine eigene Kunstform, die zwischen Reportage, Tagebuch, Glosse und Erzählung angesiedelt ist.

Nimbus

Mascha Kaléko

Mascha Kaléko, geboren 1907 in Österreich-Ungarn und gestorben in Zürich 1975, war Dichterin. Ihr Werk zeichnet sich durch ironischen, melancholischen aber auch zärtlichen Ton und Großstadtlyrik aus. Sie ist die einzige bekannte weibliche Dichterin der „Neuen Sachlichkeit“. Dadurch wurde sie sehr häufig mit den männlichen Kollegen verglichen und unter anderem als „weiblicher Kästner“ oder „weiblicher Ringelnatz“ betitelt. Neben Gedichten schreib sie auch einige Liedtexte. Ein großer Teil der Werke wurde erst nach ihrem Tod herausgebracht. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mascha_Kal%C3%A9ko)

Das lyrische Stenogrammheft – DTV

„Das lyrische Stenogrammheft“ ist Mascha Kalékos Hauptwerk und beinhaltet die Texte „Krankgeschrieben“, „Sonntagmorgen“, „Großstadtliebe“ und „Kassen-Patientin“. Bei allen handelt es sich um Großstadtgedichte aus den 1930er Jahren. In Ihnen erzählt Kaliko von banalen Dingen wie Schnupfen und Halsweh, aber auch Sonntagsausflügen, Tarifgehältern und der Liebe – eben ein typisches Großstadtleben. Melancholisch und mit Witz trifft sie ins Herz mit Geschichten aus dem Alltag und für den Alltag.

DTV

Verse für Zeitgenossen – DTV

Bei „Verse für Zeitgenossen“ handelt es sich um Mascha Kalékos Exilgedichte. Sie schrieb diese, nach dem sie von den Nationalsozialisten vertrieben wurde und nicht nur ihre Heimat, sondern auch ihre Sprache und ihr Publikum verlor. In diesen Werken schreibt sie nicht mehr für die Masse, sondern für Leidens- und Zeitgenossen, die ebenfalls ins Exil gehen mussten. Dennoch merkt man auch hier ihren typischen Witz und die Sehnsucht und Melancholie. Ganz nebenbei setzt sie noch dem New Yorker Künstlerviertel Greenwich Village ein Denkmal.

DTV

Ruth Landshoff-Yorck

Ruth Landshoff bzw. Ruth Landshoff-Yorcks lebte von 1904 (Berlin) bis 1966 (New York). Sie war Schauspielerin und Schriftstellerin und entstammt dem jüdischen Bürgertum. Nachdem Sie die Schauspielschule besuchte spielte sie in „Murnaus Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“ 1922 mit und trat im Theater-Ensemble von Max Reinhardts auf. Von 1924 bis 1930 hatte sie eine Liaison mit Karl Gustav Vollmoeller – dadurch kenne ich sie, denn sie kommt auch im Buch „Das Licht der Zeit“ vor. 1930 schließlich heiratete sie David Yorck von Wartenburg, die Ehe hielt aber nur 7 Jahre. Werke veröffentlichte sie unter anderem in „Die Dame“, „Querschnitt“ oder „Tempo“. 1930 kam im Rowohlt Verlag ihr erster Roman heraus „Die Vielen und der Eine“. Doch schon ihr zweiter Roman „Leben einer Tänzerin“ konnte damals nicht mehr in Deutschland erscheinen. Bis zu ihrem Tod lebte sie als Publizistin, Theaterautorin und Übersetzerin in New York. Der Aviva Verlag bringt ihr Werk seit 2001 wieder heraus.

Die Vielen und der Eine – Aiva

Das Buch war Ruth Landshoff-Yorcks Debütroman im Jahr 1930. Davor hatte sie sich bereits als Feuilletonistin einen Namen gemacht. Sie spiegelt in „Die Vielen und der Eine“ nicht nur die damalige Zeit, sondern auch ihren eigenen Lebensstil wider. Sie gehört zu der Generation Schriftstellerinnen der Weimarer Republik, die ihren unverwechselbaren Beitrag zu den wilden Zwanzigern beitrugen.

Aviva

Roman einer Tänzerin – Aviva

Die Tänzerin Lena Vogel liebt das Leben und den Glanz ihrer Zeit. Sie ist in den pulsierenden Bars und Straßen Berlins und Paris sowie in den Wiener Caféhäusern der 20er Jahre zuhause. Doch ihr Leben endet schlagartig, als sie tödlich mit ihrem Rennwagen verunglückt. Lena Amselns Leben und Tod war für Ruth Landshoff-Yorck das Vorbild für die Geschichte.

Aviva

Erika Mann

Erika Mann war Schauspielerin, Kabarettistin, Lektorin und Schriftstellerin und lebet von 1905 (München) bis 1969 (Zürich). Sie war unter anderem Gründerin von „Die Pfeffermühle“, ein politisches Kabarett. Außerdem arbeitet sie mit Vorträgen gegen den Nationalsozialismus. Auch nach ihrer Emigration in die Vereinigten Staaten, wo sie Schriftstellerin und Journalistin war. Sie ist die Tochter von Thomas Mann und war unter anderem Nachlassverwalterin für ihn und ihren Bruder Klaus Mann. Doch sie hinterließ selbst auch zahlreiche politische Essays, Reportagen, Kinderbücher und Reiseberichte. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Mann)

Blitze überm Ozean – RoRoRo

Erika Mann war ein Multitalent, weshalb ich nicht nur ein Buch suchte, sondern eines, dass ihre vielfältigen journalistischen Arbeiten vereint. „Blitze überm Ozean“ ist genau so ein Buch. Hier werden zum ersten Mal ihre wichtigsten Arbeiten zusammengefasst, viele davon bisher ungedruckt. Sie spiegeln ein außergewöhnliches, rasantes Frauenleben wieder und ein wichtiges Stück der Geschichte.

RoRoRo – Rowohl

Gabriele Tergit

Gabriel Tergit ist das Pseudonym für Elise Reifenberg (geb. Hirschmann). Sie war Journalistin und Schriftstellerin, geboren in Berlin und lebte einen großen Teil ihres Lebens in London. Bekannt wurde Sie unter anderem durch den Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“, erschienen 1931 bei Rowohlt, der den Aufstieg und den Fall des Volkssängers Georg Käsebier behandelt. Ihr zweiter Roman „Effingers“ schildert das Schicksal einer jüdischen Familie von 1878 bis 1948. Sie floh ins Exil, nachdem sie eine Reportage und weiter Artikel über den Prozess gegen Adolf Hitler im Kriminalgericht Moabit schrieb, der mit Goebbels wegen eines Pressevergehens angeklagt war. Im Rahmen der Berliner Festwoche 1977 wurde sie schließlich wiederentdeckt und ihre Romane neu aufgelegt. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Tergit)

Käsebier erobert den Kurfürstenamm – Schöffling & Co.

Diesen ersten Roman schrieb Gabriele Tergit in nur sechs Wochen. Er machte sie 1931 berühmt. Es geht um den Aufstieg und Fall des Volkssängers Käsebier, der in einem billigen Varieté von einem Zeitungsreporter entdeckt wird. Um in seiner Redaktion Eindruck zu schinden, puscht er Käsebier zum Megastar hoch. Schnell hängen sich Immobilienmakler und Spekulanten an den schnellen Ruhm und die gelangweilten Damen aus der guten Gesellschaft pilgern in die Vorstellungen. Gabriele Tergit, die auch erste deutsche Gerichtsreporterin war, ist eine mitfühlende aber auch unerbittliche Beobachterin und schilder pointiert das gesellschaftliche Milieu mit Protagonisten vom Tanzmädchen über den Tischlermeister bis zum Medienmogul.

Schöffling & Co

Irmgard Keun

Irmgard Keun besuchte nach dem Abschluss im Mädchenlyzeum Teschner eine Handelsschule, lernte Stenografie und besuchte 1925 schließlich die Schauspielschule in Köln. Doch der Erfolg war nur mäßig und so begann sie 1929 mit dem Schreiben. Ihr erster Roman war „Gilgi, eine von uns“, der sie 1931 berühmt machte. Auch ihr zweiter Roman „Das kunstseidene Mädchen“ brachte ihr ein Jahr später einen Verkaufserfolg. Ihre Werke wurden 1933/34 beschlagnahmt und verboten und Keun ging ins Exil. In dieser Zeit entstanden viele weitere Romane wie „Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften“ und mehr. Ihre Karriere begann mit gesellschaftskritischen, satirischen Romanen, die das Leben junger Frauen in den Mittelpunkt rückten. Frauen in der Endphase der Weimarer Republik, die um ihre Selbstständigkeit kämpfen. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Irmgard_Keun)

Das kunstseidene Mädchen – Ullstein

Doris arbeitet als Sekretärin bei einem äußerst zudringlichen Rechtsanwalt. Sie hat keine Lust mehr, jeden Tag nur Briefe zu tippen. Sie möchte berühmt werden und hinaus in die große Welt, ins Berlin der 20er Jahre.

Ullstein

Gilgi eine von uns – Ullstein

Gilgi lebt im Köln der 20er Jahre. Sie zieht zu Hause aus, weil sie keine Lust mehr hat, von ihren Eltern bevormundet zu werden und kündigt ihre Stelle als Sekretärin. Aber auch das Leben mit dem Schriftsteller Martin ist keine Alternative und soe nimmt es daher in die eigenen Hände, um sich wirklich auf den Weg in die eigene Selbstständigkeit zumachen.

Ullstein

Neben diesen Schriftstellerinnen kamen außerdem noch zu Wort: Schauspielerin und Sängerin Fritzi Massary, Schauspielerin Carola Nehr, Journalistin und Schriftstellerin Paula von Reznicek, Journalistin Polly Tieck sowie die Lyrikerin Marie Luise Weissmann.

Kennt ihr bereits eines der Bücher oder die Autorinnen? Könnt ihr noch mehr Werke oder Schriftstellerinnen aus den 20er Jahren empfehlen

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Buchcover Hardcover Buch Hunger von Roxan Gay aus dem BtB Verlag, weiß und Rosa

Triggerwarnung: Sexueller Missbrauch & Vergewaltigung, Bulimie

Werbung/Rezensionsexemplar – Das Buch wurde mir vom BTB Verlag & dem Bloggerportal zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dennoch spiegelt sie meine eigene und ehrliche Meinung wieder.

Vor Kurzem konnte mich Roxan Gay ja bereits mit Bad Feminist begeistern. Auch wenn ich nicht jeden Text mochte, so ist das Buch dennoch eine superwichtige, teilweise unbequeme aber wahre Lektüre. Ihn ihrem Buch Hunger wird sie noch einmal offener, persönlicher und gibt uns einen tiefen Einblick in die Person Roxan Gay und ihr tiefstes Inneres, ihre Erlebnisse und was sie geprägt hat.

Roxan Gay wurde mit 12 Jahren vergewaltigt. Dieses Thema wird immer mal wieder erwähnt und am Anfang auch konkreter (ohne irgendwelche genaueren Details, aber für Betroffene vermutlich detailreich genug) beschrieben. Wenn ihr damit nicht umgehen könnt, getriggert werden könntet, dann solltet ihr Roxan Gays Buch Hunger lieber nicht lesen. Denn dieses Ereignis ist das gesamte Buch über präsent, denn es ist schuld an dem Nachher, an all den Jahren und dem Kampf mit sich und ihrem Körper. Zunächst erleben wir kurz Roxan Gays Vorher, der Großteil des Buches nimmt uns aber mit auf ihren ganz persönlichen, von Narben und traumatischen Ereignissen geprägtem Lebensweg.

Nach diesem Ereignis fängt Roxan an zu essen, sie aß und aß und aß, denn sie wollte ihren Körper zu einer Festung machen, unattraktiv werden und fühlte sich mit jedem Kilo mehr sicherer und weg, weit weg von diesem Mädchen im Wald. Es ist ein jahrelanger Kampf, psychisch und physisch, sie schämt sich und gleichzeitig kann sie nicht aufhören. Selbst wenn eine der vielen Diäten oder der Sport dann mal helfen, sobald die ersten Kilos weg sind, fühlt sie sich einerseits gut, andererseits kommt die Angst des Mädchens aus dem Wald wieder und der Panzer wird neu angelegt.

In Hunger nimmt uns Roxan Gay mit auf diesen Weg, gibt uns tiefe, persönliche Einblicke und zeigt auf, wie das Leben als sehr stark übergewichtiger Mensch ist und wie wenig unsere Gesellschaft Körper außerhalb der „Norm“ akzeptiert oder auf sie eingestellt ist. Das geht bei Stühlen mit Armlehnen los und endet bei purer Verachtung, fiesen Sprüchen und der Angst, überhaupt zum Arzt zu gehen.

Gute Lektüre/Wichtige Lektüre

Auch wenn Hunger für mich nicht an Bad Feminist herankommt, ist es dennoch ein unfassbar wichtiges Buch. Ich ziehe meinen Hut vor Roxan Gay und ihrer Offenheit und dem Weg, den sie ging und noch geht. Mit jedem weiteren Abschnitt merkt man, dass die Texte aktueller werden und erlebt ihren eigenen, vor allem psychischen Fortschritt mit. Am Ende weiß sie, dass sie Liebe und Glück erfahren darf, das sie sich begehrenswert fühlen darf und das es wichtig ist, sich im eigenen Körper wohlzufühlen, ganz unabhängig davon, wie viel man wiegt. Doch sie sagt auch klar, sie ist noch lange nicht am Ende ihres „Heilungsprozesses“ und wird vieles auch nie zurücklassen können.


Ein Buch, das keine leichte Kost ist, das aufrüttelt, schonungslos und gleichzeitig wahnsinnig informativ ist. Sie schafft ein völlig neues Bewusstsein dafür, wie man als stark übergewichtiger Mensch in einer von Schönheitsidealen dominierten Welt lebt und rüttelt auf. Sie wird tagtäglich mit schwierigen Situationen und unmöglichen Reaktionen konfrontiert und teilt diese mit uns. Und zeigt damit auch – es muss Schluss sein, Schluss mit unrealistischen Körper-Idealen und dem Mythos, dünn sein würde glücklich und gesund sein bedeuten. Definitiv eine Empfehlung von mir.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: BTB, Hardcover, Übersetzung: Anne Spielmann, 320 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-442-75814-2

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Bookcover Paperback The Hate U Give by Angie Thomas, Walker Books

Starr lives in two worlds, she tries to keep separated. One is the poor neighbourhood Garden Heights, where she was born and raised. The second one is her posh high school in a suburb about a 45-minute drive away. But the balance between those worlds is shattered, when Starr is the only witness to the fatal shooting of one of her oldest and best friends. Khalil was unarmed and killed by a police officer. What Starr says now, could destroy her community, or could get her killed.

In The Hate U Give, Angie Thomas takes up an incredibly important political topic — police violence against black people. Using Starr’s story, which is unfortunately very realistic, she managed to pick me up completely and bring me closer to this topic and everything that’s behind it. The Hate U Give is not an easy book, but an incredibly important one, where I had to pause again and again to let sink in what just happened.

We’re with Starr, who’s going home after a party with Khalil, whom she hasn’t seen for far too long and with whom it’s just like old times. Although he doesn’t speed, the two are stopped. Khalil is forced to get out, he is unarmed. Nevertheless, Starr has to watch as he is shot by the police officer with several shots in the back. She is the only witness with a big burden on her — when she speaks up, it will upset her neighborhood and could get her killed. A neighborhood where Starr learned at the age of 12 what to do if a cop stops her.

When I was twelve, my parents had two talks with me. One was the usual about the birds and bees […] The other talk was about what to do if a cop stopped me. ‚Starr-Starr, you do whatever they tell you to do,‘ he said. ‚Keep your hands visible. Don’t make any sudden moves. Only speak when they speak to you.‘
The Hate U Give, Angie Thomas, Page 24

Angie Thomas also describes the angry protests from the neighbourhood, in the social media, the family, shows how families and friendships can break up and gives us an insight into the social and psychological consequences for witnesses and relatives. The feeling of not being able to do anything, no matter how loud you may be, this powerlessness, which has to go along with it, is transported by her in every sentence.

But there is also hope and a look into the future, she shows that using your voice is worth it. Angie Thomas also vividly describes the way in which such cases are usually handled in court, how witness interviews are conducted, and how the media usually portrays cases like Khalils. How quickly they stamp Khalil, how like in so many real cases Khalil is blamed for having been shot, instead of pointing to the one who is really to blame. As always, reasons and justifications why the cop shot Khalil are searched for, as if that would change something or make it less bad. Cases that you see and hear too often, far too often in real life.

When I was twelve, my parents had two talks with me. One was the usual about the birds and bees […] The other talk was about what to do if a cop stopped me. ‚Starr-Starr, you do whatever they tell you to do,‘ he said. ‚Keep your hands visible. Don’t make any sudden moves. Only speak when they speak to you.‘
The Hate U Give, Angie Thomas, Page 24

The Hate U Give is Angie Thomas debut and also a motion picture. I’m ashamed that I’ve waited so long for this intensive, incredibly important book that addresses such an important, still far too often occurring topic. It may not always be perfect, but it is important and a book that everyone should read.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: BTB, Hardcover, Übersetzung: Anne Spielmann, 320 Seiten, 2019, ISBN: 978-3-442-75814-2

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Buchcover Hardcover Galaxy Girls by Libby Jackson aus dem Harper Collins Verlag

In der Schule hatte ich nie wirkliches Interesse an Chemie, Physik, Mathe und habe auch nie wirklich Möglichkeiten in diese Richtungen aufgezeigt bekommen. Erst als ich in der Welt der Buchblogger gelandet bin, haben sich meine Interessen erweitert. Plötzlich mag ich auch mal ein Sachbuch in die Richtung und schaue und lese gerne SciFi und Space. Da kam Galaxy Girls, gerade für den Anfang meiner Entdeckungsreise, gerade richtig. Es ist wie „Kick-Ass Women“ oder „Good Night Stories For Rebel Girls“ aufgebaut – eine Illustration mit einer Seite Informationen zur jeweiligen Frau oder den Frauen.

Frauen, die Weltraumgeschichte schrieben und schreiben

Libby Jackson ist selbst Physikerin und Ingenieurin. Sie arbeitet für die UK Space Agency und stellt in diesem Buch erst sich und dann 50 unterschiedliche, vielfältige, beeindruckende Frauen der Weltraumgeschichte vor. Im Buch finden wir Frauen, die ihren Traum verwirklichen konnten, Frauen, die scheiterten, dafür aber andere, großartige Wege einschlugen. Kurzum – Frauen, die Großartiges leisteten oder noch immer leisten. Teilweise auch Frauen, die man schon fast vergessen hatte, deren Traum durch ein Unglück schlagartig zu Ende war.

Das Buch ist in acht verschiedene Abschnitte unterteilt, vom „Ursprung der Raumfahrt“ bis hin zu „Zukunft der Weltraum-Forschung“. Aus all diesen Bereichen stellt uns Libby Jackson mehr oder weniger bekannte Frauen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, Nationalitäten und Berufen rund um den Weltraum vor. Da wäre beispielsweise Emilie du Chatelet, die Newtons „Principia Mathematica“ bis kurz vor ihrem Tod 1749 übersetzte. Oder die Näherinnen, die die Raumanzüge der Besatzung der ersten Mondlandung nähten. Alle haben eins gemeinsam – sie sind inspirierend und beeindruckend, alle auf ihre ganz besondere Art.

Buchseite Text mit Illustartion im Buch Galaxy Girls zu Poppy Northcutt

Das Buch ist sowohl für Anfänger im Gebiet, als auch für alle, die sich schon länger mit dem Thema Space beschäftigen gut. Denn Libby Jackson steigt weder zu wenig, noch zu stark in die Berufe ein. Jede Seite beginnt mit dem Beruf oder den Berufen, das Land und dem Geburtsjahr, ggfs. dem Todesjahr, der Frauen. Anschließend folgt ein Text mit den Errungenschaften und dem Werdegang. Gegenüberliegend gibt es zu allen Frauen einzigartige Illustrationen von Studenten des „College of Communication“ in London.

Ganz besonders gefällt mir Libby Jacksons Message, die sie auf jeder Seite versprüht: Jeder kann alles schaffen, ganz gleich wie groß die Hürden oder ob alle Welt sagt, nie im Leben schaffst du das. Egal wie auch der Start im Leben ist – nichts ist unmöglich, wenn man dafür kämpft und hart arbeitet, dann kann man seine Träume verwirklichen. Eine Message, die man sich viel mehr zu Herzen nehmen sollte. Ein inspirierendes Buch, das mir Themen rund ums Weltall noch etwas näher gebracht hat und mich motiviert, noch mehr Bücher aus diesem Bereich zu lesen.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Harper Collins, Hardcover, 144 Seiten, 2018, ISBN: 9780062850218

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Buchcover Taschenbuch Bad Feminist von Roxan Gay aus dem BTB Verlag

Werbung/Rezensionsexemplar – Das Buch wurde mir vom BTB Verlag & dem Bloggerportal zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dennoch spiegelt sie meine eigene und ehrliche Meinung wieder.

Bad Feminist von Roxan Gay ist ein Essayband, der tatsächlich im Original schon 2014 erschien, in dem sich Roxan Gay in verschiedenen Texten mit dem Thema Feminismus aber auch Sexismus und Rassismus beschäftigt. Eingeteilt sind Ihre Texte in verschiedene Bereiche: Ich, Gender & Sexualität, Race & Entertainment, Politik/Gender & Race und schließlich Zurück zu mir. Nicht mit allen Texten konnte ich etwas anfangen – gerade am Anfang der Scrabble-Text, nicht mit allen Punkten stimme ich zu 100 % überein – aber, Bad Feminist ist trotzdem wichtig, vielseitig und Augen öffnend und reiht sich definitiv in meine Must-Read-Highlight Liste ein.

Ich bin davon überzeugt, dass Feminismus grundsätzlich dafür kämpfen muss, dass Frauen Entscheidungen frei treffen können, auch wenn ich selbst mit ihren Entscheidungen nicht übereinstimme. Ich glaube, dass Frauen nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern überall auf der Welt Gleichheit und Freiheit verdienen, aber ich weiß auch, dass ich nicht dazu befugt bin, Frauen aus anderen Kulturen zu sagen, wie diese Gleichheit und diese Freiheit aussehen sollen.
Bad Feminist, Roxan Gay, S. 10, BTB Verlag

Besonders gut gefällt mir an Roxan Gays Essays, das in jedem Text sie und ihre Erfahrungen mal mehr und mal weniger stecken. Das machte sämtliche Themen sehr zugänglich, insbesondere ihre Erfahrungen als PoC mit Rassismus. In einigen Kapiteln berichtet sie viel von sich und ihrem Leben. In anderen bespricht sie PopKultur, beispielsweise zeigt sie uns die Problematik an Filmen wie The Help oder Django Unchained auf. Sie spricht wichtige und leider auch gerade wieder viel diskutierte und akute Themen wie das Recht (oder eben nicht) auf Abtreibung an, spricht allgemein Sexismus in verschiedenen Kontexten an, so zum Beispiel auch in der Literaturbranche und berichtet sehr viel und absolut Augen öffnend von Rassismus in Alltag und in der Popkultur und schlägt auch hier die Brücke zum Feminismus.

Wenn ich online die Nachrichten lese, muss ich mich oft vergewissern, dass ich nicht auf einer Seite des Satiresenders The Onion gelandet bin. Wir führen immer noch nationale und bundesstaatliche Debatten über Abtreibung, Empfängnisverhütung und reproduktive Freiheit, und diese Debatten werden meist von Männern gesteuert. Das kann doch nur Satire sein.
Bad Feminist, Roxan Gay, S. 344, BTB Verlag 149

Bad Feminist ist dadurch ein Buch geworden, in dem ich bisher die meisten Book-Darts verwendet habe – die Schachtel ist quasi leer. So viele wichtige Aspekte und Aussagen, so viele Sätze, die ich großartige finde und unterstütze! Für „Anfänger“ würde ich das Buch jetzt nicht einschätzen. Sie schaffte es auf sowohl ernste als auch humorvoll-sarkastische Art wichtige Themen anzusprechen, ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen und mich so noch einmal neu reflektieren zu lassen. Fast jeder Text gab Denkanstöße, um meinen eigenen Feminismus zu überdenken und einzuordnen.

Was aber am aller wichtigsten und eine der am meisten wiederholten Aussagen des Buches ist – Roxan Gay sagt klar, sie ist lieber eine „schlechte“ als gar keine Feministin und nimmt dabei vor allem Bezug auf dieses Idealbild einer Feministin, das in den Medien, Social Medias und der Vorstellungen vieler entsteht. Und zeigt, dass das totaler Schwachsinn ist. Nur weil man Pink mag, bestimmte Musikrichtungen gerne hört, seine Weiblichkeit auslebt, sich rasiert (das ist ja sowieso das dämlichste Vorurteil überhaupt) ist man noch lange keine schlechte Feministin. Und wenn – dann eben lieber so, als keine.

Dieser Perfektionismus muss aufhören, niemand von uns ist perfekt und auch der Feminismus ist nicht perfekt. Aber er ist vielschichtig, vielseitig und immer wichtig – so wie wir es eben auch alle sind. Eine Botschaft, die von der ersten bis zu letzten Seite ausgestrahlt wird und dadurch noch mal das Sahnehäubchen für mich ist. Klare Leseempfehlung und absolutes Highlight für mich!

Highlight

Werbung – Angaben zum Buch: BTB, 416 Seiten, 2019, Übersetzung: Anne Spielmann, ISBN: 978-3-442-71781-1

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Buchcover Hardcover Comic Girlsplaining von Katja Klengel aus dem Reprodukt Verlag

Katja Klengel geht in Girlsplaining mit Humor und schonungsloser Offenheit einigen Fragen rund ums Frau sein auf den Grund – warum wir beispielsweise vor dem Wort „Vulva“ mehr Angst haben als vor „Voldemort“, ob wir uns für Körperbehaarung wirklich schämen müssen, warum man im Schulunterricht fast ausschließlich männliche Autoren liest und warum die Geschlechterrollen bei Kinderspielzeug immer noch in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts stecken. Das besondere – es ist ein Comic und gespickt mit ihren persönlichen Erfahrungen. Eine Schilderung, die persönlich ist und gleichzeitig so allgemein, dass ich mich damit sehr gut identifizieren konnte, was vermutlich auch am fast gleichen Alter liegt.

Autobiografischer Comic rund ums Frau sein

Katja Klengel schildert aus persönlichen Erfahrungen ganze normale, alltägliche Probleme, die noch immer nur aufgrund des „Frau seins“ entstehen. So gelten scheinbar überwiegend für Frauen irgendwelche Normen, an die wir uns gefälligst anpassen sollen. Menstruation und damit einhergehende Schmerzen, Sexualität, Körperbehaarung und mehr, all das ist oft selbst in unserer Gesellschaft ein Tabuthema und „Frauensache“. Vom ersten Sex, der ersten Periode über Alltagsgeschehnisse und typische „Rosa-Hellblau-Fallen“-Klischees berichtet Katja Klengel mit viel Ironie, Selbstironie und Humor.

Dabei verlieren die Themen aber dennoch nicht an Ernsthaftigkeit, sodass sie gleichzeitig aufzeigt, wie viel eigentlich noch immer falsch läuft und wie viel noch immer nicht ausgesprochen wird. Ganz schön verklemmter Umgang, den wir mit solchen Themen weitverbreitet noch haben. Denn es gibt noch immer so viele Themen, bei denen Frauen unter Druck gesetzt und fremdbestimmt werden oder bei denen es zumindest versucht wird – wann man Kinder zu kriegen hat, wie oft man sich rasieren sollte und das man gefälligst bloß nicht über die Frauen und ihre Sexualität reden sollte.

Für mich ist Girlsplaining nach „Das Gehirn und Die Sinne“ einer meiner ersten Comics. Und er war direkt ein absolutes Highlight. Wichtige, alltägliche Fragen, die auch „Anfänger“ im Bereich Feminismus als leichten Einstieg empfinden können werden autobiografisch und mit viel Humor dargestellt. Dennoch regen Sie zum Nachdenken und Hinterfragen von eigenen Gedanken und Gewohnheiten an. Einen Minuspunkt habe ich aber dennoch – die fehlende Diversität. Klar ist es autobiografisch und ist daher geschuldet, aber – da sie in Berlin lebt, wäre da bestimmt was möglich gewesen. Dennoch absolute Empfehlung von mir für „Girlsplaining“.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Reprodukt, 160 Seiten, 2018, ISBN: 978-3-95640-160-2

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Buchcover Taschenbuch Erschlagt die Armen von Shumona Sinha aus dem DTV Verlag

Werbung/Rezensionsexemplar – Das Buch wurde mir vom DTV Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dennoch spiegelt sie meine eigene und ehrliche Meinung wieder.

Eine junge Frau kommt in Untersuchungshaft, weil sie einem Migranten in der Pariser Metro eine Weinflasche über den Kopf schlägt. Sie soll sich erklären – warum übt eine Frau indischer Abstammung, die in einer Asylbehörde als Dolmetscherin tätig ist, eine solche Tat aus?

Starke Bilder und viel Wut

Shumona Sinha schreibt mit ziemlich viel Wut, ziemlich viel Energie und mit eindrucksvollen Bildern. Ein Schreibstil, der einen nach manchen Szenen innen halten lässt. Den Schlag in die Magengrube muss man immer mal wieder verdauen und genau deshalb beeindruckt Shumona Sinha in „Erschlagt die Armen!“ schon durch ihren Schreibstil an sich. Aber auch, weil es aktuell, politisch und wichtig ist, solltet ihr „Erschlagt die Armen!“ auf jeden Fall lesen.

Es geht um eine junge Frau, die in der Zelle in Untersuchungshaft sitz und Herrn K. erklären soll, wie es dazu kommen konnte, dass sie einem Migranten in der Metro ihre Weinflasche über den Kopf schlägt. Sie ist Dolmetscherin in der Asylbehörde und selbst immigriert. Und so beginnt sie zu erzählen – vor allem von ihrer Arbeit. Sie steht quasi zwischen den Stühlen – zwischen den Behörden und den Asylsuchenden – und gehört doch zu keiner Seite. Zur einen nicht, weil die Beamten ihr oft misstrauen, sie könne ja die Worte beschönigen oder falsch übersetzen. Die andere, aus ähnlichem Grund und oft auch, weil sie eine Frau ist. Gemeinsam mit ihr erzählen wir die vielen, teilweise haarsträubenden Geschichten an die Beamten weiter. Geschichten, in denen sich die Asylsuchenden teilweise verlieren – den oft sind es Notlügen, gekaufte Geschichten von Schleppern, die Versprechen geben, die sie nie zuhalten beabsichtigen. Den viele wollen weg aus der Armut, hin zu einer sicheren, aussichtsreicheren Zukunft. Doch angenommen werden nur politische Flüchtlinge oder Kriegsflüchtlinge.

Und so wie sie während der Arbeit zwischen den Stühlen sitzt, sitzt sie auch in diesem Land, in dessen Sprache sie sich verliebt hat, nur zwischendrin. Als Migrantin scheint sie nie wirklich dazuzugehören, will, aber kann sich schon aufgrund der Hautfarbe nicht wirklich integrieren. Während sie erzählt, gibt Sie auch Details aus ihrem privaten Leben preis – ein Leben, in dem sich nach und nach immer mehr Wut anstaut, immer mehr Verzweiflung und das sie mit bedeutungslosem Sex mit weißen Männern betäuben will, während sie eigentlich in die hübsche blonde Beamtin verliebt ist. Als sie endlich auf dem Weg zu einem Treffen ist, passiert die Ausgangssituation des Buches – sie trifft auf den Mann in der Metro, dem sie die Weinflasche überzieht.

Shumona Sinha bringt in diesem Buch wichtige, noch immer aktuelle Themen ein, von der Flüchtlingspolitik, der Kluft zwischen westlicher und östlicher, armer und reicher Welt. Der Kluft zwischen Männern und Frauen, vor allem in Ländern, aus denen sie selbst auch stammt. Denn das Buch hat auch einen Hauch von ihr selbst. Shumona Sinha war selbst Dolmetscherin in der Pariser Asylbehörde. Nach der Veröffentlichung wurde sie gefeuert – den der Inhalt ist tatsächlich wütend, offen, brisant und politisch. Was mit dem Mann passiert, bleibt offen und auch, wie die Verhandlung ausgehen wird, erfahren wir nicht. Das ist aber auch nicht wichtig, denn wichtig sind der Weg zur Tat, die Geschichten und ihre Erfahrungen.

Shumona Sinhas „Erschlagt die Armen!“ ist definitiv eine wichtige Lektüre und hat mir insgesamt auch gut gefallen. Wenn gefallen überhaupt das passende Wort ist. Ein Aufschrei, der keine leichte Kost ist, aber auch heute noch immer aktuell ist. Dicht, wütend, laut und bildgewaltig geschrieben bekommt das Buch ein klare Leseeempfehlung von mir.

wichtige Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: DTV Verlag, 128 Seiten, Taschenbuch, 2019, Übersetzung: Lena Müller, ISBN: 978-3-423-14706-4

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Buchcover Hardcover Niemans weiß, das du hier bist von Nicolette Giampietro aus dem Piper Verlag

Werbung/Rezensionsexemplar – Das Buch wurde mir vom Piper Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dennoch spiegelt sie meine eigene und ehrliche Meinung wieder.

Der 12-jährige Lorenzo wird von seiner Mutter nach Siena geschickt. Hier soll er einigermaßen sicher unterkommen, bis der Krieg vorüber ist. Denn die Toskana gilt als sicher. Hier lernt Lorenzo Franco kennen. Beide Träumen vom glorreichen Triumph des faschistischen Italiens. Doch dann begegnet er Daniele und realisiert mehr und mehr, was um ihn herum eigentlich passiert. Das bringt seine Überzeugungen ins Wanken – denn, Daniele ist Jude. Und dann wird die Stadt schließlich von den Deutschen besetzt und er und seine Eltern schweben in großer Gefahr. Lorenzo trifft eine folgenreiche Entscheidung.

Zweiter Weltkrieg – aus Sicht eines 12 Jahre alten Jungen in Italien

Lorenzo wird von seiner Mutter zu seiner Tante und seinem Nonno geschickt, als sein Vater, obwohl nicht kriegstauglich, an die Front in Ägypten geschickt wird. Wie Lorenzo glaubt, kämpft er hier mit dem heldenhaften Rommel, dem Wüstenfuchs. Seine Mutter bleibt zurück, weil Sie ihren Mann da rausholen möchte. Doch Lorenzo soll sicher sein und Siena, in der Toskana gelegen, gilt als sicher. Außer etwas Lebensmittelknappheit ist der Krieg hier kaum zu spüren. Zumindest zunächst. Doch der Faschismus und die gottgleiche Verehrung Mussolinis sind auch hier an der Tagesordnung. Lehrer, die sich nicht konform veralten, werden entlassen. Die Töne der faschistischen Lehrer immer härter. Und dann kommen keine jüdischen Kinder mehr zur Schule.

Die Tatsache, wie hier den Kindern diese Ideologien von klein auf eingebläut werden, der Erste Weltkrieg als Heldenkrieg verkauft wird und somit auch heldenhaft ist, was Italien und der Faschismus erreichen wollen, lässt es einen eiskalt über den Rücken laufen. Die Erzählperspektive aus Sicht eines 12-Jährigen ist dass, was das Buch am meisten unter die Haut gehen lässt. Wir fragen uns oft, wie Leute einer solch kranken Ideologie verfallen können – wenn Kindern aber auf solche Art und Weise der Faschismus und der Krieg nahegebracht werden, braucht man sich kaum wundern. Doch je mehr der Krieg und die Gräueltaten, die mit ihm einhergingen, an Siena rückt, desto mehr merken wir – auch hier gibt es den Widerstand, und auch Lorenzo zweifelt durch Daniele und dem netten jüdischen Doktor immer mehr an dem, was ihnen da erzählt wird.

Die Niederlagen Häufen sich, die Deutschen besetzten schließlich auch Siena und Umgebung. Und Danieles Familie und die anderen Juden, sind trotz deren teilweise gutgläubigem Denken, dass die Stadt schon zusammenhält, in Lebensgefahr. Bis die Deutschen schließlich zuschlagen. Doch Daniele kann flüchten und wird fortan von Lorenzo in seiner Dachkammer versteckt. Niemand darf wissen, dass er dort ist und es ist noch eine lange, gefährliche Zeit zu überstehen, bis im Juli 1944 schließlich auch Siena befreit wird

Dicht, atmosphärisch und Geschichtsstunde in einem

Nicolette Giampietro bringt uns die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs aus Sicht eines Jungen näher und vor allem auch die Entwicklungen in Italien und Nordafrika – mal eine andere Perspektive, als die, die man sonst so liest. Auch wenn es für mich nicht das erste Buch war, dass sich mit den Kriegsgeschehnissen außerhalb Deutschlands befasst, so waren mir doch einige Entwicklungen in Italien noch unbekannt. „Niemand weiß, dass du hier bist“ ist sehr atmosphärisch und dicht geschrieben. Zunächst ist der Schwerpunkt noch auf Lorenzo und darauf, wie er sich in Siena einlebt und wie er die Euphorie des Krieges und des Faschismus mit aufsaugt. Anschließend fokussiert sich das Buch mehr und mehr auf die Wandlung Lorenzos und auf die Geschichte rund um ihn und Daniele.

Bis in einem dritten Teil schließlich auch weitere Kriegsgeschehnisse und Entwicklungen auftauchen, wie die Widerstände der Partisanen, inklusive grauenhafter, unvorstellbarer Vergeltungsaktionen der Deutschen, Folter, Vergewaltigung – es wird fast etwas viel. Hier hätte weniger definitiv nicht geschadet, denn Kriegsverbrechen, Partisanenkämpfe und deren Vergeltungsaktionen sind alleine schon so komplex, dass sie eine eigene Geschichte einnehmen können. Es verliert eine glaubwürdige Entwicklung rund um die Geschichte des 12-jährigen Lorenzo dadurch etwas aus den Augen.

Trotz dieses kleinen Minuspunktes, weil Nicoelette Giampietro am Ende etwas zu viel in die Geschichte einbaut, ist „Niemand weiß, dass du hier bist“ eine wichtige Lektüre für mich. Es gelingt ihr einnehmend, dicht und Gänsehaut bereitend die Entwicklungen des Zweiten Weltkrieges in Siena aus Sicht eines Jungen darzustellen und auch die Wandlung Lorenzos berührte mich und war für mich glaubhaft und gelungen umgesetzt. Ein Stück Geschichte – denn, auch wenn die Geschichte an sich fiktiv ist, ist sie doch in einen wahren, historischen Kontext und ein reales Setting eingeordnet. Ganz klare Leseempfehlung von mir – aber bereitet euch auf eine ernste, auch bedrückende Geschichte vor, bei der man das ein oder andere Mal ganz schön Schlucken muss.

Gute Unterhaltung/wichtige Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Piper, 416 Seiten, Hardcover, 2019, ISBN: 978-3-492-05918-3

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Buchcover zum Hardcover Kick-Ass Women von Mackenzie Lee aus dem Suhrkamp Verlag

Werbung/Rezensionsexemplar – Das Buch wurde mir vom Suhrkamp Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dennoch spiegelt sie meine eigene und ehrliche Meinung wieder.

Wenn man sich so umhört, Bücher liest, Fernsehen sieht, dann kennt die Weltgeschichte ja praktisch nur sehr wenige Heldinnen. Vollkommener Quatsch! Denn, was allgemein als die Weltgeschichte gilt, die wir auch in den Schulen lernen, wird oder wurde überwiegend von alten, weißen Männer entschieden. Die haben natürlich ein Faible für ihresgleichen. Mackenzie Lee zeigt in „Kick-Ass Women“, dass es auch anders geht und stellt 52 wahre Heldinnen der Weltgeschichte vor.

52 vollkommen unterschiedliche, unbekannte Heldinnen

Ich hatte neulich schon „Good Night Stories For Rebel Girls“ gelesen. Dieses Buch ist ja für jüngere Zielgruppen gemacht. Mackenzie Lee hat nun im Suhrkamp Verlag eher die grown-up Version davon herausgebracht. Auch hier haben wir eine Illustration und meist ein bis maximal 2,5 Seiten Text zur Person. Insgesamt stellt sie uns 52 unbekannte, wahre Heldinnen der Weltgeschichte vor. Zumindest für mich sind sie alle vollkommen unbekannt. Oder habt ihr schon einmal was zu mächtigsten Verbrecherkönigin New Yorks, einer russischen self-made Panzerkommandeurin auf Nazi Jagd, von Jiu-Jitsu-Suffragetten oder der gefährlichsten Piratin der Weltmeere gehört?

Buchinnenseite mit Illustartionen zu Heldinnen der Weltgeschichte im Buch Kick-Ass Women von Mackenzie Lee aus dem Suhrkamp Verlag

„Kick-Ass Women“ ist nicht nur unglaublich spannend, sondern auch superschön aufbereitet und unterhaltsam. Mackenzi Lee konnte mich schon mit dem Vorwort abholen und hat wirklich spannende, interessante, einzigartige Heldinnen und ihre wahren Geschichten vereint. Interessant, macht Lust auf mehr und zeigt, welch wichtige Rollen Frauen schon immer in der Weltgeschichte eingenommen haben – auch wenn uns die meisten Geschichtsbücher ein vollkommen anderes Bild zeigen oder diverse Erkenntnisse von Männern als ihre Ideen, Erfindungen und Co. ausgeben wurden, die in Wahrheit von einer Frau stammen.

Buchinnseneite Illustarion und Text zu Sybil Ludington aus Kick-Ass Women von Mackenzie Lee aus dem Suhrkamp Verlag

Mackenzie selbst studierte Geschichte und verschlang schon früh jedes Buch, dass ihr mit frühreifen Protagonistinnen in die Hände fiel. Sie waren der Grund, warum sie überhaupt auf die Idee kam, Geschichte zu studieren. Nur um in den Seminaren auf dem Boden der Tatsachen zu landen – den, wenn sie mehr als die Quotenaußenseiterinnen kennenlernen wollte, dann waren typische Geschichtsseminare alles andere als der richtige Ort dafür. Selbst in spezielleren Seminaren ging es dann nur um weiße heterosexuelle, nicht beinträchtigte Cis-Frauen. Repräsentation sieht also anders aus. So recherchierte sie kurzerhand selbst und ihr wurde klar – solange Geschichte schon aufgezeichnet wird, solange tauchen darin auch individuelle, sagenhafte, komplexe, ehrgeizige, niederträchtige oder tugendhafte Frauen auf, die die Welt nachhaltig geprägt und verändert haben. Und so entstand diese wundervolle Lektüre „Kick-Ass Women“ – klare Leseempfehlung und von mir!

Highlight

Werbung – Angaben zum Buch: Suhrkamp, 174 Seiten, 2019, Übersetzung: Jenny Merling, Illustration: Petra Eriksson, ISBN: 978-3-518-46957-6

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