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Girlsplaining von Katja Klengel

by Franzi D.

Katja Klengel geht in Girlsplaining mit Humor und schonungsloser Offenheit einigen Fragen rund ums Frau sein auf den Grund – warum wir beispielsweise vor dem Wort „Vulva“ mehr Angst haben als vor „Voldemort“, ob wir uns für Körperbehaarung wirklich schämen müssen, warum man im Schulunterricht fast ausschließlich männliche Autoren liest und warum die Geschlechterrollen bei Kinderspielzeug immer noch in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts stecken. Das besondere – es ist ein Comic und gespickt mit ihren persönlichen Erfahrungen. Eine Schilderung, die persönlich ist und gleichzeitig so allgemein, dass ich mich damit sehr gut identifizieren konnte, was vermutlich auch am fast gleichen Alter liegt.

Autobiografischer Comic rund ums Frau sein

Katja Klengel schildert aus persönlichen Erfahrungen ganze normale, alltägliche Probleme, die noch immer nur aufgrund des „Frau seins“ entstehen. So gelten scheinbar überwiegend für Frauen irgendwelche Normen, an die wir uns gefälligst anpassen sollen. Menstruation und damit einhergehende Schmerzen, Sexualität, Körperbehaarung und mehr, all das ist oft selbst in unserer Gesellschaft ein Tabuthema und „Frauensache“. Vom ersten Sex, der ersten Periode über Alltagsgeschehnisse und typische „Rosa-Hellblau-Fallen“-Klischees berichtet Katja Klengel mit viel Ironie, Selbstironie und Humor.

Dabei verlieren die Themen aber dennoch nicht an Ernsthaftigkeit, sodass sie gleichzeitig aufzeigt, wie viel eigentlich noch immer falsch läuft und wie viel noch immer nicht ausgesprochen wird. Ganz schön verklemmter Umgang, den wir mit solchen Themen weitverbreitet noch haben. Denn es gibt noch immer so viele Themen, bei denen Frauen unter Druck gesetzt und fremdbestimmt werden oder bei denen es zumindest versucht wird – wann man Kinder zu kriegen hat, wie oft man sich rasieren sollte und das man gefälligst bloß nicht über die Frauen und ihre Sexualität reden sollte.

Für mich ist Girlsplaining nach „Das Gehirn und Die Sinne“ einer meiner ersten Comics. Und er war direkt ein absolutes Highlight. Wichtige, alltägliche Fragen, die auch „Anfänger“ im Bereich Feminismus als leichten Einstieg empfinden können werden autobiografisch und mit viel Humor dargestellt. Dennoch regen Sie zum Nachdenken und Hinterfragen von eigenen Gedanken und Gewohnheiten an. Einen Minuspunkt habe ich aber dennoch – die fehlende Diversität. Klar ist es autobiografisch und ist daher geschuldet, aber – da sie in Berlin lebt, wäre da bestimmt was möglich gewesen. Dennoch absolute Empfehlung von mir für „Girlsplaining“.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Reprodukt, 160 Seiten, 2018, ISBN: 978-3-95640-160-2

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