Schweden: Göteborg & Vrångo

Ausblick aus dem Fenster der Fähre auf dem Weg zur Schäreninsel entlang an einem Bootssteg mit kleinen roten schwedischen Häusern als Bootshaus, strahlendblauer Himmel und Meer

Schweden: Göteborg & Vrångo

Zu meinen Introvert Adventures gehören natürlich auch Reisen. Die letzte liegt wegen Corona natürlich schon eine Weile zurück, aber an diese möchte ich mich nun gemeinsam mit euch zurück erinnern. Denn sie bedeutet mir viel – Lieblingsstadt, neu entdeckte Lieblingsschäreninsel und ein ganz besonderer Glücksmoment. Ein paar Ausflugstipps, Restaurant- und Caféempfehlungen gibt es auch.

Göteborg – zwei Besuche in der Herzensstadt

Schon 2017 sind wir in Göteborg gewesen. Der Mann konnte auf die dort stattfindende Apple-Konferenz und so schlugen wir quasi zwei Fliegen mit einer Klappe und hängten ein paar Tage in dieser zauberhaften Stadt vorne dran. Es war kalt, regnerisch und wunderschön – diese Herbstwochenende Ende September. Je näher der Bus der Innenstadt kam, desto mehr wusste ich, ja, hier will ich immer wieder sein. Und der Eindruck in den kommenden Tagen blieb. Und schon zwei Jahre später ging es zurück – auch wieder dank der Apple-Konferenz.

Beim ersten Besuch übernachteten wir ausschließlich in der Stadt und erkundeten überwiegend den Botanischen Garten, der einfach zauberhaft schön ist sowie das Naturkundemuseum und das Universeum, bisschen voll, aber großartig. Außerdem erkundeten wir die gesamte Innenstadt, waren am Hafen und im tpyische schwedisch-urigen Stadtteil Haga. Hier ein kleiner Einblick für euch:

Auch wenn die Bilder nicht die beste Qualität haben (sorry, schlechtes Smartphone damals) – sie zeigen deutlich, warum ich mich in diese Stadt verliebt habe. Diese Mischung aus modern und alt, aus typisch Großstadt und typisch schwedisch, aus Backstein- und Schwedenhäusern, hat es mir angetan. Diese Stadt an rauen Felsen angeschmiegt hier der Nationalpark, da der Hafen, ihr uriger, heimeliger, natürlicher Charme. Innerhalb weniger Minuten schlenderten wir durch die geschäftige Altstadt, landeten hier in einem Park, dort am Wasser des Hafens oder am idealen Ort zum Flanieren, Kaffeetrinken und Kanelbullar schnabulieren, dem Viertel Haga.

Ein kurzer Trip mit der Straßenbahn oder dem Bus und du stehst auch schon inmitten von Natur – im Slottsskogen oder im Botanischer Garten. Eine riesige Fläche, teilweise typisch Stadtpark, aber einmal abgebogen und du stehst mitten in üppiger Natur mit diesen so typischen rauen Felsen. Göteborg hat mit dieser so interessanten, vielfältigen Mischung mein Herz im Sturm erobert – und gut essen lässt es sich dort natürlich auch.

Ein Antikladen im Stadtteil Haga

Schärengarten – Darf ich hier alt werden?

Und dann das Highlight – Göteborgs Skärgården – die Schäreninseln. Es gibt südliche und nördliche Inseln. Wir waren sowohl beim ersten als auch beim zweiten Besuch nur auf den südlichen, die auch offiziell noch zu Göteborg gehören und mit der Fähre, die regelmäßig fährt, erreichbar sind. Für die Südlichen haben wir uns vor allem entschieden, da diese autofrei sind. Hier sieht man eher golfkartähnliche Gefährte und viele Fahrräder und so ist es herrlich ruhig und entspannend. Beim ersten Mal besuchten wir nur für einen Tag einige kleinere Inseln und diese kleinen Inselchen haben mein Herz im Sturm erobert. So war klar – beim nächsten Besuch verbringen wir auch zwei, drei Nächte auf einer der Inseln.

Gesagt, getan – beim zweiten Mal Göteborg verbrachten wir also nur eine Nacht in der Stadt, die für uns wichtigsten Orte hatten wir ja bereits besichtigt und strebten einfach nur Entspannung an, und verbrachten zwei weitere Nächte auf der Schäreninsel Vrångö! Sie ist die südlichste Insel und ganzjährige bewohnt. Im Sommer ist sie vor allem als Badeinsel beliebt, da es einige schöne Sandstrände gibt. Davon kann ich mit Besuchen Ende September natürlich nicht wirklich berichten. Aber, genau deshalb war es gut. Abseits der Touristen- und Badesaison findet sich neben den Einwohnern kaum noch eine Menschenseele auf der Insel.

Obwohl sie nicht groß ist, begegneten wir kaum jemanden auf unseren Streifzügen durch die Natur. Auch geschichtlich ist Vrångö bekannt, denn früher war sie einmal eine Lotseninsel – der alte Lotsenaussichtspunkt bietet einen malerischen rundum Blick über die Schäre und aufs Meer. Erreichbar ist Vrångö mit einer Fähre, die von Saltholmen aus fährt. Nach Saltholmen kommt ihr mit der Straßenbahn von der Innenstadt aus.

Vrångö Lotsenhaus

Keine Sorge, bei einem Besuch vor Ort müsst ihr nicht schon in der Stadt einkaufen. Am Hafen gibt es einen kleinen Laden, in dem es wirklich alles Notwendige gibt, selbst ich, die laktosefreie Produkte benötigt, fand mehr als genug. Am Hafen hätten wir auch frisch gefangenen Fisch kaufen können. Übernachtet haben wir in einem Airbnb – im Haus einer Familie, die im Kellerbereich quasi eine Art Einliegerwohnung haben. Wir wurden superherzlich aufgenommen und es war richtig schön gemütlich. Tagsüber haben wir uns die kalte Meeresbrise um die Nase wehen lassen und haben die Natur der Insel erkundet, die wirklich traumhaft ist.

Abends haben wir uns lesend auf der Couch eingemummelt und konnten einfach nur Abschalten. Am ersten Tag erkundeten wir eine Hälfte, am nächsten die andere Hälfte der Insel, dazwischen gabs Kaffee und Kanelbullar. Und einen malerischen Sonnenuntergang am letzten Abend, den wir von den Felsen hinter unserem Haus beobachteten, mit Blick aus Meer und einem der glücklichsten Momente meines Lebens – dem Heiratsantrag. Auch wenn das Leben gerade beschissen ist, die Erinnerung an diese zwei idyllischen, entspannten Tage auf der Schäre, auf der die Hauptgeräusche Wind und Wellen sind, mit diesem krönenden Abschluss lässt jedes Mal ein hibbeliges-gute-Laune-Glücksmoment-Kribbeln aufleben. Was der Hauptgrund ist, warum ich euch ab sofort auch auf Ausflüge und Reisen mitnehmen möchte.

Vrångö Blick zum Lotenspunkt – der Glückmomentort

Ich bin so verliebt in Vrångö. Ich möchte bitte dort alt werden! Oder lasst mich einfach jetzt schon dort wohnen und arbeiten! Ich werde auf jeden Fall nicht zum letzten Mal dort gewesen sein. Auch wenn ich gerne noch mehr von Schweden sehen möchte, vor allem mal länger als nur drei Tage, damit wir auch auf das Flugzeug verzichten können, Vrångö darf nie wieder auf dem Reiseplan fehlen.

Unsere besuchten Orte – Parks & Museen

Natürlich entlasse ich euch nach einem Bericht über diese Herzensorte nicht gehen, ohne euch noch ein paar konkrete Orte zu nennen, die wir besuchten und die ich euch sehr empfehlen kann, solltet ihr einmal vor Ort sein. Darüber hinaus gibt es natürlich noch so viele mehr, aber diese muss ich erst selbst noch erkunden, bevor ich sie euch empfehle, bei einem hoffentlich bald schon nächstem Besuch.

Botanischer Garten

Der Botanische Garten liegt gegenüber des Slottsskogen und ist mit rund 175 Hektar Fläche Nordeuropas größter botanischer Garten, sofern das direkt anschließende Naturschutzgebiet mitgezählt wird. Dieses haben wir leider nicht mehr geschafft, denn alleine den Park selbst zu erkunden, dauert schon eine ganze Weile. Im Freien und in Gewächshäusern finden sich etwa 16.000 Arten im Botanischen Garten Göteborgs. Ihr könnt einfach frei Schnauze durch den Park wandern oder an einem der Programmpunkte teilnehmen, welche Führungen, Ausstellungen und Fragestunden umfassen.

Obwohl der ganze Garten traumhaft ist, hat es mir vor allem der Steingarten angetan. Diesen findet ihr am östlichen Ende und alleine hier gibt es rund 5.000 Pflanzenarten und einen Wasserfall. Mit ein bisschen kraxeln erklommen wir hier auch die höheren Felsen, von denen sich ein rundum Blick über den Garten, das Naturschutzgebiet und die Stadt bis zum Meer bietet.

So erreicht ihr den Botanischen Garten: Entweder mit einem halbstündigen Fußmarsch von der Innenstadt oder einfach mit der Straßenbahn. Der Zutritt ist kostenlos, aber eine Spende schadet keinem, diese Vielfalt will ja auch erhalten bleiben. Im Garten findet ihr auch einen Laden sowie ein Café/Restaurant mit Innen- und Außenplätzen.

(Infos zum Park – Quelle: stromma.com)

Slottsskogen

Slottsskogen, das ist der Stadtpark von Göteborg, der an das Stadtviertel Kungsladugård angrenzt. Hier findet sich auch das Naturhistorische Museum, welches wir bei unserem ersten Besuch erkundeten. Der Park ist riesig, mit ausgiebig Platz zum Joggen, Radfahren, Skaten, Spazieren. Sehr viele grüne Liegewiesen und einem Abenteuerspielplatz für Kids. Die zahlreichen Spazierwege führen euch entlang von Rasenflächen, Teichen, einem Beachvolleyball-Platz, Fußballplätzen, einem Schlitten/Skihang oder einer Minigolf-Anlage. Neben diesem eher urbanen Teil gibts auch natürlichere Teile, wie die Berge hoch zum Tierpark, wo ihr unter anderem Elche sehen könnt. Von hier wartet der Park außerdem, wie so viele Orte der Stadt, mit einer wundervollen Aussicht auf euch.

Den Park erreicht ihr wie auch den Botanischen Garten. Am beliebtesten ist der Zugang am nächsten der Innenstadt vom Linnéplatsen aus, wo sich auch as Museum befindet. Da der Park eine offene Fläche ist, ist er ganzjährig und rund um die Uhr zugänglich. Verweilen könnte ihr auch in einem der vier Cafés vor Ort.

(Infos zum Park – Quelle: schwedentipps.se)

Naturhistorisches Museum

Wie gerade schon erwähnt, liegt das Museum direkt am Eingang zum Slottsskogen – am nordöstlichen Ende. Auch der Botanische Garten ist nicht allzu weit entfernt. Bei unserem ersten Besuch haben wir hier einige Stunden verbrach. Ein sehr interessanter Aufenthalt in einem fast 200 Jahre altem Museum. Seit 1923 ist es in diesem Gebäude untergebracht, 1981 wurde noch einmal angebaut. Neben der schwedischen Tierwelt zeigt die Ausstellung auch viele Tiere aus anderen Teilen der Erde. Einer der berühmtesten und für mich auch beeindruckendsten Exponate ist der Malmsche Wal und ein afrikanischer Elefant. Außerdem findet ihr: Vögel- und Fischarten, Giraffen, Wombats, Eichhörnchen, Löwen, Bären und viel mehr.

Kleiner Querverweis hier – wenn ihr euch für Naturhistorisches und Wissenschaft interessiert, hört mal bei Beats and Bones rein! Den Podcast stell ich euch demnächst ebenfalls vor. Die Ausstellung ist wirklich vielfältig, lässt sich auch gut erlaufen oder abkürzen, geht also bestimmt auch super mit Kids! Stärken könnt ihr euch im museumseigenen Café. Als wir vor Ort waren, war der Eintritt gratis und scheint es auch weiterhin zu sein, Näheres dazu auf guidebook-sweden.com.

Universeum

Auch wieder was für die Wissenschaftsfans unter euch (es war nicht geplant, aber Wissenschaft war wohl unser Thema beim ersten Besuch) – das Universeum! Definitiv auch perfekt als Familienausflug! Hier taucht ihr ein in das größte Wissenschaftszentrum von Skandinavien mit unterschiedlichsten Ausstellungsbereichen. Wir erlebten den Regenwald (zieht euch Zwiebellook an, hier herrscht entsprechend tropische Luft!), erkundeten das Weltall, ein Chemielabor und den Weg des Wassers von der Quelle zum Meer. Die Ausstellungsbereiche sind unglaublich vielfältig, interessant und interaktiv, das lacht das innere Kind! Im Ausstellungsbereich rund um den Ozean seht ihr zudem eines der größten Aquarien weltweit mit rund 30.000 Fischarten. Absolut einen Besuch wert!

Erreichen könnt ihr das Universeum mit der Straßenbahn oder dem Hop On – Hop Off Bus, Haltestelle ist Korsvägen/Lisberg

Kulinarisch unterwegs

  • Smaka: Schwedisch-modern – lecker! Hier waren wir bei beiden Besuchen. Das Essen ist einfach yummy, richtig großartig und die Atmosphäre gemütlich mit erstklassigem Service und perfektem Preis-Leistungs-Verhältnis. Stilles Wasser und leckeres Knäckebrot mit Dips gibt es ganz selbstverständlich dazu. Auf der Speisekarte stehen traditionelle schwedische Gerichte wie die allseits bekannten Köttbullar. Aber wirklich esst die dort, so schmecken Köttbullar wirklich gut! Fisch und natürlich auch fleischfreie Gerichte gibt es auch. Und Desserts zum niederknien wirklich! Ihr findet das Restaurant unweit des Kungsparken in der Innenstadt: Vasaplatsen 3, 411 26 Göteborg.

  • Piccola Italia: Nachdem Museum musste es schnell gehen und da stolperten wir auf dem Weg zurück in die Stadt über dieses gemütlich aussehende italienische Restaurant. Ein kleines Restaurant, netter Service und richtig leckeres Essen, zumindest die Pastagerichte sehr zu empfehlen. Etwas versteckt, aber für uns hat es sich gelohnt. Hier zu finden: Nordenskiöldsgatan 21, 413 09 Göteborg.

  • Magazzino: Ja, der Name lässt es erahnen. Noch mal ein Italiener. Viel italienisch für Schweden. Dachten wir uns auch erst, aber der sah so gut aus! Und auch wenn Picoola Italia gut war – Magazzino topt alle Italiener, die ich bisher besucht habe. Superleckere Pizza und Pasta, richtig guter Wein, gehoben-modern mit leichtem Industrial Chic Flair – hier aber dringend reservieren! Das Magazzion liegt nicht weit vom Hafen und nahe des Stadtmuseum: Magasinsgatan 3, 411 18 Göteborg.

  • Espresso House Arkaden Galleria: Ja, langweilige ne Kaffeekette. Nicht so der mega Geheimtipp. Aber der Kaffee und die heiße Schokolde, sowie der Kuchen waren einfach superlecker. Also ist es ja trotzdem ein richtiger guter Tipp – wie Starbucks oder Coffee Fellows (im Vergleich zu Starbucks aber wirklich guter Kaffee) gibts den gefühlt an jeder Ecke. Wer also auf die Schnelle guten Kaffee braucht, ist hier gut bedient. Wir waren in der Filiale in den Arkaden: Östra Hamngatan 36, 411 07 Göteborg.

  • Cafe Hebbe Lelle: Beim ersten Besuch bin ich an einem Tag noch alleine durch Haga gestreift. Fix und alle, als ich entdeckte, dass ich meinen Personalausweis verloren hab, stolperte ich ins Cafe Hebbe Lelle. Klein, gemütlich, gut besucht mit richtig gutem Kaffee und den leckersten Kanelbullar die ich bisher gegessen hatte. Zu finden hier: Haga Nygata 23B, 413 01 Göteborg. Allgemein sahen alle Cafés im Haga so gemütlich aus, hier möchte ich gerne noch viel mehr durchprobieren.

Das war er, mein kleiner Rückblick auf zwei absolute Herzensorte von mir. Und somit auch meinen ersten Ausflug in die Introvert Adventures außerhalb der Buchwelt. Ich hoffe, er hat euch gefallen! Was ich davon mitnehme, sind die Sehnsucht, für immer auf einer Schäreninsel zu wohnen, Bücher zu lesen, Kaffee zu trinken und Kanelbullar zu essen, eine Verlobung und mittlerweile Heirat und den unbedingten Drang, Schwedisch zu lernen (was mit Duolingo so semiprofessionell gelingt).

Franzi D.
introvertsadventure@gmail.com
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